Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Freitag, 13. Februar 2015
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Lok startet zur Aufholjagd

Basler vor Nachhol-Partie in Chemnitz zuversichtlich / Japaner Watahiki noch nicht spielberechtigt

Leipzig. Heute übernachten die Lok-Spieler auf Einladung von Sponsor Sylvio Krause im Parkhotel Brandis, von dort geht es am Sonntag zur Oberliga-Nachholpartie zum Chemnitzer FC II (Gellertstraße, 14 Uhr). "Jetzt muss sich zeigen, ob die Mannschaft funktioniert", sagt Sport-Geschäftsführer Mario Basler, "aber ich bin sehr zuversichtlich, wir haben eine gute Truppe zusammengestellt, mit Jungs, die sich verstehen, und mit starken Neuzugängen." Die Japaner Norikazu Murakami, 33, und Hiromu Watahiki, 27, hat er selbst geholt, außerdem kamen Ronny Surma, 26, und Ondrej Brusch, 26, zum Tabellensechsten.
Basler, 46, ist mit seinen ersten Wochen in Leipzig zufrieden. "Es geht nicht alles von heute auf morgen, wir haben aber schon viel auf den Weg gebracht, auch bei den Sponsoren." Nun gelte alle Konzentration dem sportlichen Erfolg. Darauf werden er und Trainer Heiko Scholz, 49, das Team heute Abend noch einmal einschwören.
"Wir wollen uns die Chance erarbeiten, noch in diesem Jahr aufzusteigen", beteuert Basler, "und ich erwarte von den Jungs, dass sie Vollgas geben, sich bis zur allerletzten Minute reinhängen. Ich bin ein sehr schlechter Verlierer, habe 1999 Bitteres erlebt." Damals schoss er die Bayern im Champions-League-Finale in Führung, am Ende, nach schlimmer Schlussphase, hieß es 1:2 gegen Manchester United - eine Erfahrung, die Basler prägte. "Doch es geht auch andersrum", sagt er und setzt auf eine Lok-Aufholjagd in der Rückrunde.
Kapitän Markus Krug, 26, ist froh über den prominenten Neuen in der Chefetage. "Mario Basler war ein Idol meiner Kindheit, ich finde es cool, dass er jetzt unserem Verein hilft." Basler sei oft in der Kabine und für die Mannschaft stets ansprechbar. Er motiviere, ohne dem Trainer reinzureden.
"Wir sind bereit für Chemnitz", glaubt Krug. Die Zuversicht des Abwehrchefs wuchs mit jedem Testspiel, besonders das 2:1 am Dienstag bei Regionalligist Meuselwitz lässt ihn hoffen. "Da waren wir taktisch gut organisiert, zweikampfstark, kombinationssicher, hatten Zug zum Tor." An den Japanern, räumt Krug ein, hatte er anfangs Zweifel. "Aber sie haben mich überrascht. Beide sprechen gut deutsch, passen menschlich, sind fit, technisch klasse und machen auf dem Platz auch mal was Überraschendes."
Wermutstropfen: Watahiki darf in Chemnitz noch nicht auflaufen. Seine Aufenthaltsgenehmigung galt nur für Meppen. Die für ganz Deutschland - Voraussetzung für die NOFV-Spielgenehmigung - trifft trotz aller Lok-Bemühungen erst nächste Woche ein. "Die Ausländerbehörde hat uns sehr geholfen", sagt Vorstandssprecher René Gruschka, "aber es fehlt noch ein Papier von der Bundesagentur für Arbeit in Köln."
Markus Krug glaubt dennoch an einen Sieg am Sonntag, zumal rund 500 Fans das Team begleiten. Sein Ziel: "Eine Euphoriewelle auslösen, die uns gemeinsam durch die Rückrunde trägt." Ein Satz, den auch Mario Basler sofort unterschreiben würde.

Von: Steffen Enigk