Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Sonntag, 21. Mai 2017
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Lok und die dreifache Glückseligkeit

Probstheidaer mit Sieg, den alten Helden und Vorfreude

Leipzig. Das war ein sonniger Spaß für den 1. FC Lokomotive Leipzig und die 2228 Anwesenden im Bruno-Plache-Stadion. 4:0 (3:0) gegen Hertha II gewonnen, die Europapokal-Helden von 1987 gefeiert und gleichzeitig Selbstbewusstsein fürs Sachsenpokal-Finale gesammelt. Das Triptychon der Lok-Glückseligkeit war perfekt.

Sportlich war nach einer halben Stunde klar, wo die Reise hingeht. Paul Maurer (11.) knallte einen Distanzschuss ins Hertha-Tor, Felix Brügmann (21.) erhöhte artistisch aus spitzestem Winkel und nochmal Maurer (27.) verwandelte einen Freistoß direkt. „Wenn es läuft, dann läuft’s“, sagte er nach Abpfiff. Daniel Becker, ebenfalls per Freistoß, traf in seinem letzten Ligaspiel für Lok zum Endstand.
Auf der Tribüne freuten sich die Helden von einst um Trainer Hans-Ulrich Thomale mit – sie wurden für die erfolgreichste Saison in der Lok-Geschichte während der Halbzeitpause geehrt. Die Fankurve präsentierte eine schicke Blockfahne mit der Aufschrift: „Wer den FC Lok gesehen, kennt die Finalisten von Athen“. Trainer Heiko Scholz, selbst ein Athen-Finalist, war mit Platz zehn in der Endabrechnung zufrieden.
Eine Aufgabe bleibt allerdings noch: das Sachsen-Pokal-Finale. Am Mittwoch spielt Blau-Gelb gegen Himmelblau um einen Titel und das Erreichen des DFB-Pokals. „Wir sind der klare Außenseiter“, sagte Maurer. „Wir wollen die Chemnitzer ärgern“, gab Scholz die Marschroute vor. Im Zweifel, da sind sich Trainer und Spieler sicher, hat die Mannschaft auch die Kraft für 120 Minuten. Vor allem auch, weil die Leistungsträger Körner schonen konnten – Robert Zickert und Christian Hanne durften die Füße hochlegen, Daniel Becker gut 20 Minuten seine Schuhe geschmeidig laufen. Außerdem wurde Maik Georgi geschont. Djamal Ziane dagegen sollte mal ein paar Minuten Luft schnuppern, der Knöchel ließ das aber nicht zu. In Summe: Für den Pokal-Fight gegen Drittligist CFC vor gut 6000 Zuschauern ist alles angerichtet.

Ein Blick in die Zukunft: Torwart Benny Kirsten und der Verein haben sich in den Verhandlungen angenähert, auch wenn noch nichts unterschrieben ist, schaut es wohl ganz gut aus. Jonas Arnold hat seinen Startelf-Einsatz genutzt und Werbung in eigener Sache gemacht. Dass sein Vertrag verlängert wird, ist nicht ausgeschlossen. Torschütze und Joker Brügmann soll gehalten werden. Der Stürmer wird heute im Gespräch mit den Verantwortlichen seine Entscheidung mitteilen.

Von: Fabian Held