Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Sonntag, 04. Januar 2015
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Lok und Schneider-Team sinnen auf Revanche

Heute Budenzauber in Leipziger Grube-Halle / Probstheidaer enttäuschen bei Turnier in Nordhausen

Nordhausen/Leipzig. Der erste Hallen-Auftritt ging für den 1. FC Lok in die Hose: 2:3 gegen Achtligist Urbach, 0:5 gegen Regionalligist Jena, 4:0 gegen Neuntligist Kleinfurra. Damit schieden die Probstheidaer gestern beim Turniersieg von Gastgeber Wacker Nordhausen bereits in der Vorrunde aus. Nur Ramon Hofmann und Marcel Trojandt (je drei Tore) trafen für den Oberligisten. Djamal Ziane verletzte sich am linken Fuß, sein Einsatz beim Budenzauber in der Leipziger Grube-Halle ist gefährdet. Trainer Heiko Scholz hatte zudem Christopher Schulz, Andy Wendschuch, Sebastian Dräger, Gianluca Marzullo, Carlos Brinsa sowie die Nachwuchs-Akteure Maximilian Premßler, Philip Dönicke und Carlo Purrucker aufgeboten. "Das war keine gute Leistung, beim Heim-Turnier müssen wir uns den Fans besser präsentieren", meint Scholz, der heute auch Kapitän Markus Krug, Julien Latendresse und Gino Böhne ins Rennen schickt.
Lok, zuletzt Dritter beim Ur-Krostitzer Masters, spielt zunächst gegen Bernd Schneider & Friends, Bezirkligist Krostitz und Kreisligist Leipzig-Nordwest. In der anderen Vorrunden-Gruppe kicken die Regionalligisten Oberhausen, Jena (erstmals mit dem neuen Coach Volkan Uluc), Plauen sowie Meuselwitz, das sich 2014 die Siegprämie von 250 Euro holte.
Besonders heiß ist Bernd Schneider. "Das Halbfinale ist für uns Pflicht", sagt der 41-Jährige nach der Schmach des Vorjahres, als es ein 0:7 gegen Lok und ein 1:3 gegen Krostitz setzte. "Wir waren stinksauer, haben das knallhart ausgewertet", erklärt der Vizeweltmeister von 2002, "wir werden zwar nicht jünger und wollen vor allem Spaß haben, aber so ein Auftritt darf sich nicht wiederholen."
Deshalb bringt Schneider heute bekannte Kollegen mit: Ansgar Brinkmann (45), Torsten Ziegner (37, Trainer Zwickau), Jens König (49), Mike Rietpietsch (40), Marco Gebhardt (42, Co-Trainer Dynamo Dresden) und Torwart Jens Roß (28). Wie stark die Altmeister sind, bewiesen sie am Sonnabend in Köthen. Da triumphierte das Oldie-Team im Finale gegen Oberligist VfL Halle, obwohl Brinkmann und Gebhardt fehlten. "Die Technik verlernt man nicht, der Ehrgeiz ist noch groß", sagt Schneider, "ich verliere nicht gern, nicht mal beim Mensch-Ärger-Dich-Nicht gegen meine Kinder."
Der 81-malige Nationalspieler hält sich einmal pro Woche beim Hallentraining fit und kickt gelegentlich noch in der Traditions-Elf von Bayer Leverkusen. Natürlich verfolgt er genau seinen Heimatverein Jena und hofft, dass der FC Carl Zeiss noch um den Drittliga-Aufstieg mitmischen kann. Und er würde es begrüßen, wenn RB Leipzig nächste Saison in der Bundesliga spielt: "Das würde dem Fußball im Osten gut tun, auch wenn viele den Klub ablehnen."
Die Grube-Halle öffnet um 17 Uhr, an der Abendkasse sind noch Tickets erhältlich. Der LVZ-Sportbuzzer berichtet ab 18 Uhr live von den Turnierspielen.

Von: Steffen Enigk