Quelle: Leipziger Internetzeitung vom Samstag, 05. Dezember 2015
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Lok zerlegt auch den ärgsten Verfolger

Langsam gehen zur Leistung des 1. FC Lok die Superlative aus. Selbst der bisher ärgste Verfolger Bischofswerdaer FV ist vor eigenem Publikum beim 5:0 (3:0)-Sieg der Leipziger chancenlos geblieben. Lok gewann damit auch im elften Spiel in Folge und blieb nun fünfmal hintereinander ohne Gegentor. Außerdem haben die Probstheidaer bereits nach vierzehn Spielen vier Tore mehr geschossen als in der gesamten (!) letzten Spielzeit. Nur der FC International hält momentan noch einigermaßen Schritt, ist „nur“ neun Punkte hinter dem Tabellenführer der neue Verfolger.

Wenn aus einer Fußballerkabine lautstark Aprés-Ski-Hits schallen, der Team-Manager ausdauernd besungen wird und normale Gespräche aus Respekt vor der Musikanlage komplett eingestellt werden, deutet alles auf ausufernden Frohsinn zwischen Schweiß und Schuhen hin. Selbst Heiko Scholz musste das Interview nach dem Spiel vorzeitig beenden.

Zu laut waren die Rufe aus der Kabine geworden. Noch im Gehen diktierte der Lok-Coach den Journalisten in die Hefte, dass man „das erst mal genießen werde“, denn „es wird auch wieder anders kommen.“ Andersrum formuliert: Besser kann es fast nicht mehr kommen.

Lok brillierte im engen Bischofswerdaer Sportpark mit fast optimaler Chancenauswertung, sechs Chancen reichten für fünf Tore, gleichzeitig kamen die mit 27 Saisontoren nicht gerade unbedarften Gastgeber nur zu einer echten Torchance. Dass mit Hiromu Watahiki eine Fleißbiene vor der Abwehr fehlte, fiel auch nicht weiter auf.

„Das zeichnet unsere Mannschaft zurzeit aus: Du kannst alle bringen. Ich hätte auch Dräger bringen können. Das wäre nicht anders geworden“, so Scholz stolz. Er entschied sich für Steffen Fritzsch, der seinen Part überzeugend spielte. Vorn gab Scholz Daniel Becker den Vorzug vor Ramón Hofmann, dessen Tor gegen Schott Jena übrigens für die Wahl zum Tor des Monats von der ARD Sportschau nominiert wurde.

Elfmeter ebnete die Siegerstraße

Im Mittelpunkt stand aber ein Alt-Bekannter: Nach 15 Minuten wurde Lok-Stürmer Djamal Ziane von Dominic Meinel umgerissen, Schiedsrichter Daniel Bartnitzki pfiff Strafstoß und schickte Meinel duschen. Während die Bischofswerdaer Verantwortlichen und Zuschauer mit dem Elfmeterpfiff nicht einverstanden waren, befand der anwesende Schiedsrichter-Beobachter, dass man diesen Elfmeter „durchaus geben kann.“ Schinke verwandelte und brachte Lok damit zeitig auf die Siegerstraße.

Schiebock, wie die Gastgeber sich auch nennen, spielte zwar mutig weiter mit, musste aber taktisch umstellen und schluckte vor der Pause noch zwei weitere Treffer. Djamal Ziane netzte nach einem schnell ausgeführten Becker-Einwurf ebenso locker ein wie Serrek nach einem langen Ball von Robert Zickert. So war das Spitzenspiel zur Pause im Prinzip schon entschieden, der Rest nur noch Kür.

Ziane und mal wieder Kapitän Krug fügten den Hausherren weitere Wirkungstreffer zu. „Insgesamt ist das Ergebnis zwei Tore zu hoch. Bischofswerda haben wir eigentlich zu hoch geschlagen“, befand allerdings Heiko Scholz und ging Richtung Getümmel. Der Trainer stürzte sich allerdings nicht rein, denn trotz neun Punkten Vorsprungs auf den neuen ersten Verfolger FC International sind noch 48 Punkte zu vergeben. Scholz wäre allerdings falsch beraten, wenn er nicht schon jetzt über die kommende Spielzeit in der Regionalliga nachdenken würde.

Das 5:0 in Bischofswerda war der elfte Sieg in Folge, Lok ist nach wie vor ungeschlagen, hat jetzt schon vier Tore mehr erzielt als letztes Jahr und ist zudem seit Ende Oktober ohne Gegentor. Die Verfolger International, Bischofswerda und Rudolstadt – allerdings auch schon mit 15 Punkten Abstand – empfängt Lok allesamt in der Rückrunde zu Hause im Bruno-Plache-Stadion, wo der Club seit November 2014 nicht mehr verloren und in diesem Jahr nur zwei Punkte abgegeben hat.

Von: Marko Hofmann