Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Mittwoch, 21. Juni 2017
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Lokalderby zum Start der Regionalliga?

Chemie hofft zuerst auf weniger brisantes Heimspiel

Leipzig. Leipziger Fußballfans, die gern in Liga vier ihrer Leidenschaft frönen, sollten sich den 7. Juli im Kalender dick anmalen. Denn da wird der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) den Spielplan für die Regionalliga-Saison veröffentlichen. Derzeit wird diskutiert, dass es gleich zu Saisonbeginn am 27.-29. Juli zu einem echten Knaller kommen kann: zum Derby zwischen den alten Rivalen BSG Chemie und 1. FC Lok.
Wie Chemie-Vorstandssprecher Dirk Skoruppa erklärte, habe der NOFV den Leutzschern den Wunsch des Mitteldeutsche Rundfunks (MDR) angetragen, der das Spiel zwischen Chemie und Lok Leipzig gern zum Auftakt übertragen will. In Leutzsch stellt man sich auf ein zeitnahes Aufeinandertreffen mit den Probstheidaern ein. Wenn auch nicht ohne Vorbehalte.

Ursprünglich hatte der Verband Wünsche der Vereine entgegengenommen. „Und wir hatten als Aufsteiger beim Verband eigentlich darum gebeten, gegen Lok, den BFC und Cottbus nicht unbedingt gleich im ersten Drittel der Saison zu spielen“, so Skoruppa. Erstmal ankommen in der neuen Liga, hieß das Ziel. Angesichts der offenbar gewichtigen Wünsche des MDR hoffen die Grün-Weißen nun, wenigstens noch beim Spielort ein Wort mitreden zu können. „Wenn es so kommt, dann wollen wir unbedingt im Kunze-Sportpark antreten, hoffen als Aufsteiger wenigstens auf den wichtigen Heimbonus. Wir haben im vergangenen Jahr, beim Landespokalderby gegen Lok aber auch beim Spiel gegen Eintracht Frankfurt, bereits bewiesen, dass solche Spiele im Kunze-Sportpark machbar sind“, so der Chemie-Sprecher weiter.

Neben dem sportlichen Nachteil in der Fremde wäre eine Auswärtsansetzung zum Start für den Liga-Neuling finanziell unangenehm: Denn angesichts der zum Saisonstart festgelegten „englischen Woche“ würde Chemie somit auch zu Beginn gleich doppelt auf Zuschauereinnahmen verzichten müssen. „Das wäre worst case zu dem, was wir uns eigentlich vom Verband gewünscht hatten“, so Skoruppa.
Vom Gegner aus Probstheida können die Grün-Weißen in dieser Frage naturgemäß nicht auf Unterstützung hoffen. „Jeder möchte natürlich zu Hause spielen, das versteht sich von selbst. Und wir denken, wir haben einfach deutlich mehr Erfahrung mit solchen Sicherheitsspielen, haben in der Vergangenheit schon gegen den BFC, Magdeburg, Chemnitz, Babelsberg und Zwickau gezeigt, dass wir das können“, sagte Lok-Geschäftsführer Martin Mieth. Auch die Probstheidaer gehen fest davon aus, dass es Ende Juli bereits zum heißen Stadtderby kommen wird. „Seitdem Chemie aufgestiegen ist, war uns klar, mit welchem Spiel die Saison eröffnet werden sollte: Mit dem Derby aller Derbys. Die mediale Reichweite wird beim Auftakt einfach am größten sein“, so Mieth.

AKS oder BPS? Zumindest die zuletzt beim Landespokal-Derby von den Blau-Gelben noch präferierte Verlegung vom Kunze-Sportpark in die Red Bull Arena scheint nun auch in Probstheida kein Thema mehr zu sein: „Die dritte Option fällt für uns weg: Das Stadion ist jetzt Heimstätte von RB Leipzig und sieht auch so aus. Unsere Heimat ist das Bruno-Plache-Stadion in Leipzig-Probstheida“, sagte der Lok-Geschäftsführer.
Auch ohne endgültige Gewissheit in der Spielplanfrage, Chemie Leipzig ist zunehmend nicht nur für Zuschauer wieder ein Renner. Wie Skoruppa sagte, können sich die Leutzscher seit ihrem Aufstieg kaum noch vor Spielanfragen retten. Der erste, der als passend vermeldet wurde, ist Innenverteidiger Sebastian Hey – bisher Kapitän der U19 in Magdeburg. Montagabend (18 Uhr) steht er beim Trainingsauftakt in Leutzsch erstmals auf dem Platz. 

Von: Matthias Puppe