Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Freitag, 05. Dezember 2014
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Mäßige Hinrunde versöhnlich abschließen

Lok erwartet morgen Erfurt II mit Scholz-Vorgänger Hänsel / Markranstädt am Sonntag in Rudolstadt

Leipzig. Es ist bereits das zehnte Heimspiel der Saison und auch das letzte bis zum 1. März: Oberligist 1. FC Lok erwartet morgen (15, Uhr, Plache-Stadion) Erfurt II und will den Schwung vom 4:1 in Eisenach mitnehmen. "Dieser Sieg war wenig wert, wenn wir jetzt nicht nachlegen", weiß Trainer Heiko Scholz, "noch ein Dreier, und wir würden eine mäßige Hinrunde versöhnlich abschließen, und wenn wir dann das Nachholspiel am 15. Februar in Chemnitz gewinnen, wären wir dran an Platz zwei ..."

Scholz hofft, dass Eisenach die Bremsen gelöst hat und auch ein Befreiungsschlag für die Köpfe war. "Da haben wir guten Fußball gezeigt, sogar in Unterzahl viele Chancen rausgespielt." Besonders gefreut hatte sich der Coach über Sebastian Zielinsky, den Mittelfeld-Arbeiter, der stets Kilometer ohne Ende abspult, aber oft glücklos wirkt und wegen vieler Fehler in die Kritik geriet. "Weil er früher zweimal in der Bundesliga gespielt hat, sind die Erwartungen an ihn besonders hoch", sagt Scholz, "jetzt war er effizient, hat zwei Tore vorbereitet. Vielleicht ist der Knoten geplatzt."

Der Trainer hatte in Eisenach sein System umgestellt. "Ich musste ein Signal setzen, damit die Jungs wach werden und anders rangehen", begründet Scholz. Ob er auch gegen Erfurt auf Dreierkette und Fünfer-Mittelfeld baut, ließ er gestern offen. Den gesperrten Marcel Trojandt wird Gino Böhne ersetzen - oder Dustin Scheibe, der wieder ins Training eingestiegen ist. Definitiv nicht dabei ist der verletzte Stürmer Carlo Brinsa. Dennoch muss sich Steve Rolleder weiter auf die Joker-Rolle einstellen. "Im Angriff passen Gianluca Marzullo und Djamal Ziane besser zusammen", so Scholz, "aber die Kopfballstärke von Rolle wird für uns noch wichtig sein, er muss auf seine Chance warten."

Erfurt, derzeit Achter, kommt mit Coach Carsten Hänsel, der 2013 bei Lok aus sieben Partien nur einen Regionalliga-Punkt holte und nach nur drei Monaten die Bank wieder räumen musste. "Ich habe mich nie über ihn geäußert, das wäre auch nicht fair, aber er ist ja seinen Weg als Trainer gegangen", erklärt Nachfolger Scholz.

Er hat sich vier Partien der Thüringer angesehen, in denen insgesamt 25 Akteure eingesetzt wurden. Sein Urteil: "Die Erfurter Aufstellung ist völlig unberechenbar, eine reine Wundertüte. Zum Glück spielt am Sonnabend auch die Erste von Rot-Weiß." Was bedeutet, dass Hänsel wohl nicht allzu viele Drittliga-Kräfte mitbringen wird.

Der SSV Markranstädt steht dort, wo Lok hin möchte - auf Rang zwei. Und da will Coach Heiko Weber mit einem Sieg am Sonntag beim Tabellen-Vorletzten Rudolstadt (13 Uhr) auch überwintern. "Ein unbequemer Gegner mit einigen ehemaligen Jenaer Spielern", sagt Weber, "es wird nicht leicht, aber meine junge Mannschaft ist stabiler geworden und macht seit Wochen richtig Spaß."

Von: Steffen Enigk