Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Samstag, 18. Oktober 2014
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Marzullo fällt aus - trifft Rolleder gegen RB II?

Für Lok ist Verlieren verboten / Schon 4000 Tickets weg

Leipzig. Gestern Vormittag erhielt Lok-Trainer Heiko Scholz einen unangenehmen Anruf: Gianluca Marzullo fällt wegen extrem schlechter Blutwerte für den Oberliga-Knüller am Sonntag gegen Spitzenreiter RB II (14 Uhr, Plache-Stadion) aus. Der Torjäger, der fünf der acht Probstheidaer Saisontreffer erzielte, lag am vergangenen Wochenende mit einem fiebrigen Infekt flach, sollte dennoch auflaufen. "Schade, aber kein Spiel der Welt ist wichtig genug, dafür die Gesundheit zu riskieren", sagt Scholz, der nun Ersatz finden muss und als Optionen Steve Rolleder und Sebastian Zie- linsky nennt.

Scholz hat RB mehrfach beobachtet. Sein Urteil: "Eine Top-Mannschaft mit großer Offensivkraft und derart fit, dass jeder Gegner ab der 60. Minute Probleme bekommt." Die Bullen-Reserve sei auf dem Weg zur Meisterschaft kaum zu stoppen. "Aber in einem Spiel haben wir eine Chance, wenn alle an ihre Leistungsgrenze gehen", glaubt der Coach, "meine Jungs sind unglaublich heiß, wir dürfen nur nicht überdrehen, sondern müssen mit Köpfchen spielen."

Heißt: Aus sicherer Deckung, in die Damian Paszlinski nach überwundener Verletzung zurückkehrt, die Räume zu Kontern nutzen. "So haben wir schon in der Regionalliga eigentlich bessere Mannschaften geschlagen", erklärt Scholz, der auch auf die Unterstützung der riesigen Kulisse baut - fast 4000 der 4999 Tickets gingen im Vorverkauf weg.

"Für unsere Fans ist es das wichtigste Spiel des Jahres", weiß Kapitän Markus Krug und gibt die Devise "Verlieren verboten" aus, "auch wenn es für mich kein Derby ist, das gilt nur für Partien gegen Chemie."

Steve Rolleder, noch torlos in dieser Saison und unzufrieden mit seinen Auftritten, will wieder sportliche Schlagzeilen liefern: "Ich fühle mich gut, lasse mich nicht verrückt machen. Es kommen wieder bessere Zeiten." Mit einem Rolleder-Treffer den RB-Youngstern die erste Niederlage beibringen - das wäre nicht nur für den zuletzt gebeutelten Stürmer eine Genugtuung.

Von: Steffen Enigk