Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Freitag, 04. August 2017
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Nullnummer im Plache-Stadion

Remis gegen den SV Babelsberg: Lok bleibt in der Regionalliga weiter ungeschlagen

Der Derbysieg gegen Chemie hallt nach. Dementsprechend fiel gestern Abend der Empfang der Spieler des 1. FC Lok Leipzig im Bruno-Plache-Stadion aus: 3674 Fans besangen den Saisonauftaktsieg ihrer Loksche gegen Chemie. Nur, mehr als drei Punkte gab es dafür auch nicht. Daher galt es gegen Babelsberg zu zeigen, dass dieser Erfolg keine Eintagsfliege war. So die hehre Zielstellung. Der Sieg blieb für die Leipziger zwar aus, aber Lok bleibt mit dem Remis (0:0) weiterhin ungeschlagen.

„Wir können mit dem Punkt leben. Normal verlierst du so ein Spiel knapp vor Schluss. Die Chance von Shala hätte den Punkt kaputt machen können. 3600 Zuschauer an einem Donnerstag, das ist a la bonheur“, meinte Lok-Trainer Heiko Scholz nach dem Match.

Trotz drei Umstellungen, die Trainer Heiko Scholz notgedrungen vornehmen musste, zogen die Probstheidaer das Spiel an sich. In der Innenverteidigung der Leipziger ersetzte Peter Misch den angeschlagenen Christian Hanne. Für Außenverteidiger Marcel Trojandt rückte Robert Berger auf die Außenbahn und im Mittelfeld durfte Nils Gottschick für Maximilian Pommer wirbeln. Babelsberg – ebenfalls mit einem Sieg (2:1 gegen Hertha BSC II) gestartet – ging in der gleichen Aufstellung wie gegen die Hertha-Bubis aufs Feld.

Nur ergaben sich aus dem Übergewicht bei den Spielanteilen nicht wirklich brandgefährliche Chancen für Lok. Einzig Paul Maurer ließ zweimal das Auditorium raunen. Einmal mit einem Freistoß, der das Außennetz touchierte (9. Minute) und wenig später ein strammer Schuss, der an der roten Beinwand der Gäste abprallte.

Dagegen waren die Konter der Babelsberger echte Nadelstiche und schon gefährlicher. Manuel Hoffmann ließ die Hausherren zittern. In der 10. Minute hatte Lok Glück, dass dessen Querleger am Fünfer keinen Abnehmer fand. Später (30.) ließ er das Außennetz von Benny Kirstens Kasten zappeln. Kubilay Büyükdemirs Sololauf über rechts parierte Kirsten dann mit dem Fuß (42.).

Nachdem der Sonnenuntergang schon ansehnlicher schien als der Kick auf dem satten Grün, rüttelte Matus Lorincak alle Träumer wieder auf. Sein Lattenkracher hätte in der 50. Minute das 1:0 sein können. War es aber nicht, weil Marvin Gladrow noch seine Fingerchen dazwischen bekam. Maik Salewski hätte abstauben können, sein Kopfball wurde kurz vor der Linie geklärt. Hätte, hätte, Fahradkette ...
Dass sich Lok-Coach Scholz nicht mit einem Remis zufrieden geben wollte, bewies sein Doppelwechsel (65.). Neben Lorincak durfte Djamal Ziane ran. Für noch mehr Übergewicht im Mittelfeld sollte Sascha Pfeffer sorgen. Raus mussten Salewski und Gottschick.

Es blieb dabei, Lok hatte Übergewicht, aber Zählbares kam nicht raus. Denn: Wenn die Blau-Gelben im Strafraum auftauchten, wollten sie es zu schön zu Ende spielen. Immer noch ein Pässchen. Das wäre fast schiefgegangen. Andis Shala köpfte kurz vor Schluss eine Ecke in Kirstens Arme.
Punktgewinn, weiter ungeschlagen, im Lok-Lager war damit niemand unzufrieden. Sascha Pfeffer: „Das Riesenbrett für Lolo (Lorincak, d.A.), und dass der Nachschuss noch geklärt wird, das war einfach Pech. Wir haben vier Punkte und kein Gegentor. Darauf lässt sich aufbauen.“

Von: ALEXANDER BLEY