Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Dienstag, 06. Januar 2015
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Oberhausen triumphiert in Leipzig

1. FC Lok wird Dritter und stellt mit Gianluca Marzullo den besten Turnierspieler

Leipzig. "Tolles Publikum, spannender Fußball und eine ordentliche Leistung meiner Mannschaft", laute das Fazit des zufriedenen Lok-Trainers Heiko Scholz. Der Oberligist begeisterte gestern Abend in der Grube-Halle 1300 Zuschauer und holte sich durch ein 6:5 im Neunmeterschießen gegen Bernd Schneider & Friends den dritten Platz beim 14. Ur-Krostitzer Masters. Turniersieger wurde Rot-Weiß Oberhausen, das im Finale der Regionalligisten den ZFC Meuselwitz 5:0 bezwang und 250 Euro Prämie für die Teamkasse mitnahm.
Lok war souverän durch die Vorrunde marschiert, schoss bei seinen drei Siegen 17 Tore. Gianluca Marzullo wurde nicht nur zum besten Turnierspieler gewählt, sondern avancierte mit fünf Treffern hinter Oberhausens Rafael Steinmetz (7) auch zum zweitbesten Schützen. Im Halbfinale scheiterten die Probstheidaer nach großem Kampf 0:2 an Oberhausen.
Bernd Schneider Oldies aber, zu denen diesmal auch der frühere Lok-Coach Mike Sadlo gehörte, imponierten mit technischen Kabinettstückchen, wunderbaren Kombinationen und feinen Toren. "Ein bisschen kicken können wir schon noch", grinste Ansgar Brinkmann aus der Ü-40-Fraktion, "und gegen junge Wilde darf man verlieren, obwohl sich der unfassbar ehrgeizige Bernd dann ärgert. Aber er will einfach nicht nur zu Altherrenturnieren." Sprach's und bekam einen Anranzer von Schneider, sich für das nächste Spiel warmzumachen. Gegen Lok ging's in der Vorrunde aber erneut schief: nach dem 0:7 im Vorjahr gab's diesmal ein 3:7. "Das tat weh", stöhnte Brinkmann. Im Halbfinale waren die Altmeister wieder voll da, unterlagen erst 15 Sekunden vor Schluss 1:2 gegen Meuselwitz. Schneider traf viermal im Turnier, Jens Ross wurde zum besten Keeper gekürt.
Dietmar Demuth wusste gar nicht, dass der ZFC gestern als Titelverteidiger angetreten war. Wichtiger als die Hallenturniere ("ein schöner Spaß und eine gute Trainingseinheit) ist für den neuen Meuselwitzer Coach der Klassenerhalt. Mit drei Siegen aus seinen fünf Spielen hat er den Abstand zum rettenden Ufer schon auf einen Zähler verkürzt. "Ich bin überzeugt, dass wir drin bleiben", sagte Demuth, "wenn wir weiter so viel Freude, Spielwitz und Kampfgeist zeigen." Durch die neuen Abwehrspieler Sebastian Fuß (Zwickau) und Lukas Pägelow (Rostock) hofft er, den Weggang von Kapitän Frank Müller kompensieren zu können. "Und wenn alle Verletzten zurück sind, werden wir deutlich stärker sein."
Volkan Uluc haderte nicht mit dem Vorrunden-Aus seiner Jenaer. Der neue Coach muss seine Jungs noch kennenlernen, erst morgen beginnt sein Job beim FC Carl Zeiss und die Rückrunden-Vorbereitung. "Die ist entscheidend, wir brauchen eine bessere Organisation im Team, um angreifen zu können." Sieben Punkte Rückstand auf die Regionalliga-Spitze seien ein "Brett", aber er hat den Aufstieg noch nicht abgeschrieben. Übrigens bezeichnete Uluc seine kurze Zeit als Trainer in Leipzig als wertvolle Erfahrung. "Ich war damals beim FC Sachsen noch jung, mir fehlte Erfahrung, heute kann ich mit Erfolgsdruck besser umgehen."

 

 

Von: Steffen Enigk