Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Donnerstag, 09. April 2015
Nur diese Kategorie anzeigen:Leipziger Volkszeitung

Sadlos Rückkehr nach Probstheida

Früherer Lok-Trainer gastiert heute mit Union Sandersdorf im Plache-Stadion

Leipzig. "Die linke Trainerbank kenne ich noch nicht", witzelt Mike Sadlo. Er hat bisher immer nur auf der rechten gesessen - in seiner Zeit beim 1. FC Lok. Heute Abend (19.30 Uhr) kommt er erstmals als Gäste-Coach ins Plache-Stadion, mit dem Oberliga-13. Union Sandersdorf. "Und wir fahren nicht nur nach Leipzig, um die tolle Atmosphäre zu genießen", betont der 43-Jährige. Sein Vertrag läuft aus, über die Zukunft mag Sadlo noch nicht reden. Aber ein Erfolg bei seinem alten Arbeitgeber wäre überall ein gutes Bewerbungszeugnis.
Wie Lok zu schlagen ist, weiß er. Im Hinspiel gewann Sandersdorf hoch verdient 3:1, fügte den Probstheidaern die erste Niederlage zu. Schon zur Pause stand es 3:0. Eine Demütigung, die auch Lok-Kapitän Markus Krug nicht vergessen hat. "Das war unsere schlechteste Saisonleistung, wir haben natürlich eine Rechnung offen", sagt der Abwehrchef, "aber statt vorher große Töne zu spucken, müssen wir die Antwort auf dem Platz geben."
Krug sieht sein in der Rückrunde noch ungeschlagenes Team zwar auf einem guten Weg, bezeichnet das jüngste 0:0 bei Schlusslicht Rudolstadt jedoch als herben Dämpfer. "Da habe ich bei einigen Spielern den unbedingten Siegeswillen vermisst." Heiko Scholz denkt ähnlich. "Wir waren als Mannschaft nicht präsent, eine Ansammlung von elf Einzelkämpfern reicht nicht", erklärt der Trainer und fordert: "Am Freitag muss das Stadion wackeln." Und deutlich besserer Fußball gezeigt werden. "Wieder mehr Chancen erarbeiten und nutzen, früh für Ruhe sorgen", heißt seine Devise, "aber das kann auch ein Geduldsspiel werden."
Umkrempeln werde er seine Elf nicht, aber ein, zwei Veränderungen seien möglich. Im zuletzt enttäuschenden Mittelfeld drängen sich Sebastian Zielinsky und Andy Wendschuch auf, entscheiden will Scholz aber erst nach dem Abschlusstraining.
Mike Sadlo wird von den vier Ex-Leipzigern in seinem Kader wohl nur Christoph Schulz auf den Rasen schicken. "Egal wer spielt, für alle meine Jungs ist es ein Highlight, mal nicht vor 76 Zuschauern wie in Cottbus aufzulaufen, sondern vor fast 3000 Fans im Plache-Stadion", meint der Coach. Er schied Ende 2011 im Unfrieden von Lok, gewann später einen Rechtsstreit gegen den Club. Aber von Genugtuung wollte er schon im Herbst nichts wissen. "Mir geht es auch jetzt nicht darum, Lok den Aufstieg zu verderben. Ich will einfach nur Erfolg mit meiner Mannschaft."

Von: Steffen Enigk