Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Dienstag, 10. Februar 2015
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Scholz: Wir haben jetzt mehr Qualität

Lok-Trainer baut auf seine vier Neuverpflichtungen

Leipzig. Kann der 1. FC Lok in der Oberliga-Rückrunde noch einmal angreifen? Heiko Scholz ist davon überzeugt. "Das Team ist zusammengewachsen, die Neuen sind menschlich und fußballerisch integriert, die Truppe macht richtig Spaß", sagt der Coach, "ich glaube schon, dass wir jetzt mehr Qualität haben." Dabei denkt Scholz natürlich an die vier Verstärkungen in der Winterpause, die allesamt einen Platz in der Startelf eroberten und die er wie folgt beurteilt.
Ronny Surma (26, Hannover 96 II): "Mehr als nur Ersatz für Damian Paszlinski in der Innenverteidigung. Er hat Führungsqualitäten, ist ein Typ, organisiert lautstark die Deckung. Das brauchen wir, die Mannschaft war mir in der Hinrunde zu leise."
Ondrej Brusch (26, VFC Plauen): "Kurbelt im linken Mittelfeld die Offensive an, schießt klasse Ecken und Freistöße, hat einen Torriecher und in der Vorbereitung einige Male getroffen."
Norikazu Murakami (33, SV Honsfeld, früher Aachen und Wilhelshaven): "Ein Profi durch und durch. Kann hinter den Spitzen und im Angriff spielen, bringt viel Erfahrung mit, schlägt super Pässe. Ich war überrascht, wie fit er ist."
Hiromu Watahiki (27, SV Meppen): "Sehr zweikampfstark, räumt als Sechser im defensiven Mittelfeld ab und ist bei mir gesetzt."
Surma und Brusch hatte Scholz schon länger auf dem Wunschzettel, die beiden Japaner kamen durch die Kontakte von Mario Basler nach Probstheida. Der prominente neue Sport-Vorstand ist zweifellos Loks spektakulärste Winterverpflichtung. Scholz: "Wir arbeiten gut zusammen. Mario bringt viel Kompetenz mit, wird uns noch einige Türen öffnen."
Doch Tore schießen kann Basler nicht, und die waren das Problem im mauen Herbst. Der Trainer ist aber zuversichtlich, dass seine Jungs künftig vor dem gegnerischen Kasten mehr Gefahr ausstrahlen. "Wir sind in der Offensive stärker und taktisch variabler geworden, können zwischen einem 4-1-4-1 und einem 4-4-2 wechseln", sagt Scholz. Der Konkurrenzkampf im Team habe sich erheblich verschärft, zudem würden die noch verletzten Armin Kilz und Sebastian Zielinsky bald zurückkommen. "Wir haben jetzt deutlich mehr Alternativen."
Vorbereitung und Punktspiele sind jedoch zwei Paar Schuhe, die Wahrheit liegt am Sonntag auf dem Platz - in der Chemnitzer Gellertstraße, wenn Lok zum Nachholer bei der CFC-Reserve antritt. Mit einem Sieg würden die Leipziger den Rückstand zum angepeilten zweiten Platz auf vier Punkte verringern. "Ein extrem wichtiges Spiel", weiß Scholz, "wenn wir das ziehen, traue ich den Jungs alles zu."
Gestern Abend testete Lok bei Regionalligist ZFC Meuselwitz, gewann 2:1 durch Tore von Gianluca Marzullo und Ondrej Brusch.

Von: Steffen Enigk