Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Sonntag, 03. Mai 2015
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Watahiki erlöst schwache Lok

Mühevoller Sieg gegen CFC-Fohlen / Markranstädt schlägt Dynamo II, RB-Reserve verliert bei Aue II

Heiko Scholz gönnte seinem Matchwinner einen besonderen Moment. Kurz vor dem Abpfiff nahm der Lok-Trainer Hiromu Watahiki vom Feld, und der 27-Jährige durfte im Applaus der 2233 Zuschauer baden. Als erster Japaner in der Probstheidaer Fußballgeschichte hatte er ein Tor erzielt, noch dazu den Siegtreffer (37.) am Sonnabend beim 1:0 (1:0) gegen den Chemnitzer FC II. "Natürlich bin ich stolz", sagte Watahiki. Ehefrau Nanaki, 26, die ihren Hiromu vor einem Jahr geheiratet hat und bei jedem Heimspiel zuschaut, erklärte glücklich: "Ich glaube, heute Abend werden wir ein bisschen feiern."
Denn ohne dieses "historische" Tor hätte sich Lok wohl gegen nur mit 13 Akteuren angereiste Chemnitzer blamiert. Luschig, unkonzentriert, fast hilflos ging das Team zu Werke, lieferte Fehlpässe ohne Ende. Erst eine CFC-Großchance - Ozan Pekdemir hatte Keeper Julien Latendresse umkurvt, aber den leeren Kasten nicht getroffen (33.) - wirkte als Weckruf. Ondrej Brusch vergab zunächst frei die Führung (35.), aber Watahiki lochte aus der Drehung ein.
Nach der Pause kontrollierte Lok die Oberliga-Partie. Sebastian Dräger verpasste knapp das 2:0 (53.), Brusch prüfte mit einem Kracher Torwart Kevin Tittel (61.), viel mehr passierte nicht. Etliche Überzahl-Konter versandeten. "Da darf man auch mal den besser postierten Nebenmann sehen und querlegen", giftete Stürmer Gianluca Marzullo.
Auch Mario Basler war unzufrieden. "Ein schlechtes Spiel, fußballerisch war das zu wenig", meinte der Sportdirektor. Präsident Heiko Spauke sah das ähnlich, lobte aber Watahiki und Landsmann Norikazu Murakami: "Auf dem Platz kämpfen sie wie Samurai, bringen immer Leistung, danach sind sie sehr bescheiden, fast devot. Eine geile Mentalität, davon brauchen wir mehr." Heiko Scholz war zumindest froh, "dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben und drangeblieben sind". Platz drei könnte über eine Relegation zum Aufstieg reichen.

Von: Steffen Enigk