Quelle: Leipziger Internetzeitung vom Mittwoch, 13. Mai 2015
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Lok Leipzig: Nur ein Verein mit Logo ist ein wirklicher Verein

Meilenstein in der Geschichte des neuen 1. FC Lok: Der Club verfügt wieder über die Markenrechte am Vereinsemblem. Bisher hatten die Probstheidaer eine monatliche Summe an den Geschäftsmann Manfred Jansen überwiesen, der die Logo-Rechte seit Anfang der 1990er Jahre innehielt. Zuletzt hatte Lok auf den Verkauf von Merchandising mit dem Vereinslogo verzichtet, sogar auf dem Trikot ohne Logo gespielt. Ab Mittwoch soll das Geschäft wieder brummen.

Wenn bei einer Übergabe die Worte „sensationell“, „stolz“, „happy“, „emotional“ oder „top“ fallen, dann scheint es sich nicht um ein neue Wohnung zu handeln. Diese Adjektive haben superlativen Charakter. Ja, klar, man hört sie heutzutage häufiger, so dass ihre Bedeutung oft entwertet ist.

Doch beim 1. FC Lok war das am Dienstag anders. Nach elf Jahren in Fremdbesitz hat der Club endlich die Markenrechte an seinem eigenen Logo zurück erhalten. Der Karlsruher Geschäftsmann Manfred Jansen hatte diese dem Verein am Dienstag offiziell übergeben.

In einer Presseerklärung hieß es: „Nach einem klar definierten Zeitraum, wird auch der Verein als Inhaber der Marken in das Register des Deutschen Patent- und Markenamts eingetragen. Damit kann der 1. FC Lok alle Wortmarken sowie Bild-/ Wortmarken, welche einen Bezug zum 1. FC Lokomotive Leipzig haben, vollumfänglich nutzen“.

Um welchen Zeitraum es sich genau handelt und wie die wirtschaftliche Seite der Vereinbarung aussieht, darüber wird natürlich „auf keinen Fall“ geredet. Bisher hat der 1. FC Lok rund 1.300 Euro monatlich an Jansen zur Nutzung überwiesen, die Zahlungen allerdings im letzten Jahr eingestellt und das Logo von den eigenen Fanartikeln entfernt. Auch die Lok-Mannschaft spielt seit diesem Jahr mit einem leeren Fleck auf dem Trikot.

Ab sofort darf das Logo wieder drauf

Das alles soll nun ein Ende haben. „Ab Mittwoch werden wir wieder Textilien mit Lok-Logo anbieten“, versprach Sascha Günther, Geschäftsführer der Marketing-GmbH des 1. FC Lok. „Handtücher, Badehosen, Bettwäsche, all das, was immer wieder angefragt wurde, wird es wieder geben“, so Günther, der schon einige witzige Aktionen auf die Beine stellte und zuletzt sogar Lok-Premium-Bier angeboten hat. Die Kästen waren im Nu ausverkauft, ohne dass darauf ein Lok-Logo zu finden war…

Die Präsidiumsmitglieder des 1. FC Lok jubilierten ob des wichtigen Erfolgs um die Wette. Jens Kesseler hatte zusammen mit Aufsichtsratschef Olaf Winkler den Kontakt mit Geschäftsmann Jansen über die Jahre gehalten. „Ich bin total happy. Das ist ein entscheidender Schritt und auch eine Hausaufgabe, die wir endlich gelöst haben“, so der mögliche Nachfolger von Noch-Präsident Heiko Spauke.

Sein Engagement wurde sogar von Jansen gelobt: „Ich habe aber schon in schwierigen Zeiten Gespräche mit Olaf Winkler geführt. Wir haben über zwei Jahre in Kontakt gestanden. Ich bin froh, dass es zu diesem glücklichen Ende gekommen ist“, so der Ex-Markenrechte-Inhaber Jansen gegenüber LOKrufTV.

Die Rechte lagen seit 1991 bei Jansen

Der Geschäftsmann hatte sich die Rechte 1991 gesichert, weil sich nach der Umbenennung von Lok in VfB Leipzig niemand mehr dafür interessierte. Erst als Lok 2004 sein sensationelles Comeback feierte, wurde Jansen wieder interessant und einigte sich mit Lok auf die Zahlung einer monatlichen Summe gen Karlsruhe.

Als der Verein finanziell schlechter stand, bot Jansen an, die Zahlungen zu stunden. Das wird in Zukunft nicht mehr nötig sein. „Darauf sind wir wirklich stolz, ein Dankeschön an alle, die hier mitgeholfen haben, insbesondere unserer Anwältin Silke Rothe, Olaf Winkler und Sascha Günther“, so Vizepräsident Martin Mieth bei LOKrufTV. „Wir können endlich wieder mit dem Logo auf dem Trikot Fußball spielen. Das ist ein echter emotionaler Batzen.“

Das Schlusswort in der Jubelarie hatte Aufsichtsratschef Olaf Winkler. „Ein sehr schöner Moment für den Verein, denn die Marke ist wieder dort, wo sie hingehört. Das ist eine Topmeldung.“ Für den 1. FC Lok und seine Fans auf jeden Fall.

Von: Marko Hoffmann