Quelle: Leipziger Internetzeitung vom Montag, 14. September 2015
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„Rambo“ ist zurück: FC Carl Zeiss Jena II – Lok Leipzig 1:2


Erster Auswärtssieg für den 1. FC Lok. Bei der Zweitvertretung vom FC Carl Zeiss Jena tütete die Scholz-Elf den ersten Dreier in der Fremde ein. 2:1 (0:0) hieß es am Ende vor 715 Zuschauern auf dem gähnend leeren Ernst-Abbe-Sportfeld. Mann des Spiels war ein bisheriger Reservist. Ramon Hofmann, Spitzname Rambo, servierte in der zweiten Halbzeit erst zuvorkommend für Djamal Ziane und jagte den Ball wenig später aus 17 Metern in den Winkel. Die erste Halbzeit war allerdings wenig anheimelnd.

Viel hatte er in dieser Saison bisher nicht zustande bekommen, der einstige Neuzugang von Rot-Weiß Erfurt II. Umso überraschender Ramon Hofmanns Spielentscheidung beim Gastspiel des FCL in Jena. Nach einer zutiefst langweiligen ersten Halbzeit, in der sich beide Teams den Rhythmus klauten, wurde der zweite Abschnitt dank der Einwechslung Hofmanns für Ademi besser.

Hofmann flankte nach 51 Minuten gekonnt auf den zeitig eingewechselten Ziane, der sich nicht lange über seinen Freiraum wunderte und stattdessen ins Tor köpfte. Wenig später machte es Hofmann selbst, zog im Konter vorm Strafraum ab. Das Spielgerät flog direkt in den Winkel. Die vorzeitige Spielentscheidung in einem Treffen, das mit  s p i e l e n  zunächst wenig zu tun hatte.

Lok kam nur selten vor das Jenaer Tor. Jena hatte weder in der ersten noch in der zweiten Hälfte überzeugende spielerische Mittel zur Hand, um gefährlich zu werden. Einmal musste Wendschuch nach einer guten Stunde auf der eigenen Torlinie klären. In der Schlussminute netzte Andris doch noch für Jena ein, als die Lok-Hintermannschaft den Ball schon im Toraus glaubte. Aber trotz der Harmlosigkeit der Gastgeber war auch das kein Grund für die 450 mitgereisten Lok-Fans, sich größer um das eigene Tor zu sorgen. Vielmehr bereitete ihnen die dürftige spielerische Leistung in der ersten Halbzeit Sorgen. Heiko Scholz war von der Vorstellung seines Teams ebenfalls sichtlich bedient. Ein Glück, dass Hofmann einen guten Tag erwischte.

Durch den Sieg ist Lok nun punktgleich mit Bischofswerda, dem VfL Halle und dem SSV Markranstädt. Allerdings könnte der Sieg teuer bezahlt worden sein: Daniel Becker musste nach 21 Minuten mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch vom Feld. Sein Einsatz gegen den FSV Zwickau am Mittwochabend, 19 Uhr, im Plache-Stadion ist so oder so ausgeschlossen. Im Landespokal will Lok dennoch eine gute Figur machen – und vielleicht kehrt nach Rambo auch das zu Saisonbeginn viel gepriesene spielerische Element zurück.

Von: Marko Hofmann