Quelle: Leipziger Internetzeitung vom Samstag, 30. April 2016
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Richtig harte Arbeit

Im Rennen um den Regionalliga-Aufstieg hat der 1. FC Lok einen wichtigen Erfolg geholt. Vor 2.509 Zuschauer drehten die Probstheidaer die Partie gegen den bissigen Tabellen-Fünften FC Einheit Rudolstadt. Der Gast ging schon nach 75 Sekunden in Führung und hielt das Geschehen fast eine Halbzeit lang offen. Dann besann sich Lok auf seine Stärken und gewann letztlich souverän. Nun fehlen den Blau-Gelben noch 9 Punkte zum Aufstieg – bei sechs ausstehenden Spielen.

Und dann war es schon wieder passiert: Auch gegen den FC Einheit Rudolstadt kassierte der FCL mit dem ersten Angriff einen Gegentreffer. Der für den an der Schulter verletzten Surma in die Innenverteidigung gerückte Krug analysierte später: „Zwischen Hiro Watahiki und mir hatte die Zuordnung nicht gestimmt und dann ging es gleich schnell in den Strafraum.“

Jakob Schneider traf frei vor Latendresse-Levesque ins lange Eck. Dabei hatte Krug gefordert, jedem in die Augen sehen zu können „und dabei zu sehen, dass er gewinnen will. ‚Mal schauen‘ wollte ich heute nicht.“ Mal schauen gab es anschließend auch nicht, eher „mal schütteln“, Lok hatte gegen forsche, zweikampfstarke und zügige Gäste sichtbar am schnellen Rückstand zu knabbern.

Rudolstadt zog das komplette Zweikampfregister, zweimal bildete sich ein wildes Spielerrudel abseits des Spielgeschehens, Lok-Angriffe nach Rudolstädter Ballverlust wurden zur Not mit kleinen Fouls unterbunden. Dazu hackte sich Leipzig spielerisch selbst ins Bein, ließ zu viel Platz zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen, was vor allem bei der Ballrückeroberung für Probleme sorgte. „Wir haben anfangs auch zu viele lange Bälle gespielt. Erst als wir uns auf unser Kurzpassspiel besonnen haben, lief es“, so der Ausgleichstorschütze Daniel Becker.

Ausgerechnet der in letzter Zeit nicht immer glücklich agierende Becker traf nach einem Doppelpass mit Schinke am Strafraum sehenswert. „Der Ball lag gut, da konnte ich ihn volley reinhauen.“ Fortan lief die Partie für Lok. Wendschuch legte nur wenige Kurzpässe später das zweite Tor nach.

Nur noch neun Punkte bis zum Aufstieg

Heiko Scholz befand anschließend: „Wir haben uns einfach reingekämpft und reingespielt.“ Was der eine gut fand, fand der andere schlecht. Holger Jähnisch, Coach von Einheit, hatte nämlich etwas gegen das Spielen. „Wir haben zuviel gespielt und zu wenig rausgeschlagen. Bei dem Spielstand haben sich unsere Spieler vielleicht überschätzt. Als Druck kam, hätten wir lieber rausschlagen sollen.“

Aber auch nach dem Lok-Doppelschlag blieb es für die Hausherren harte Arbeit. Rudolstadt schaffte es bis zur 67. Minute, das Spiel offen zu gestalten, hatte mit einem Schneider-Freistoß an die Lattenunterkante sogar die Möglichkeit, erneut gleichzuziehen. „Ich hatte gehofft, mit einem Ausgleich wieder Leben in die Mannschaft zu bekommen, aber mit dem dritten Tor waren wir geschlagen und anschließend nur noch platt.“

Das fiel in besagter 67. Minute, natürlich nach einer Kurzpass-Staffette. Hofmann schob die nächste Schinke-Vorlage frei vor Rudolstadts Ackermann zum 3:1 ins Netz. Das Spiel war durch, Rudolstadt konnte nicht mehr, Lok versiebte die letzten Chancen, hat aber nun wieder sechs Punkte Vorsprung auf International bei noch sechs ausstehenden Spielen.

„Uns fehlen noch neun Punkte“, so Torschütze Becker. „Die können wir schon in den nächsten drei Spielen gegen Gera, Eisenach und Schott Jena holen“. Alle drei Teams stehen am Tabellenende, günstiger könnte die Ausgangslage nicht sein. Heiko Scholz war indes erstmal froh über diesen Dreier. „Gerade nach dem schlechten Spiel bei Erfurt II tut das natürlich gut“. Erst recht mit diesen schön herausgespielten Toren.

Von: Marko Hofmann