Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Donnerstag, 09. November 2017
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1. FC Lok will Fans wieder ins Boot holen

Co-Trainer Hoppe klagt über Pöbeleien gegen Spieler

Leipzig. Zwischen dem 1. FC Lok und einigen Fans hängt derzeit der Haussegen schief. Spieler werden teils schon vor Spielbeginn ausgepfiffen, bei schlechten Aktionen hagelt es Buhrufe. Stellvertretend dafür war die 0:3-Pleite im Sachsenpokal gegen Budissa Bautzen vergangene Woche, als von Unterstützung nach dem frühen Rückstand nichts zu hören war. Auch beim 2:1 gegen Halberstadt sorgten einige Lok-Anhänger für negative Stimmung.

Für Co-Trainer Rüdiger Hoppe ein Grund, die schreibende Zunft zum Gespräch zu bitten. „Das haben die Jungs nicht verdient. Wir stehen im zweiten Regionalligajahr als Tabellenfünfter super da und sind in der Liga seit sieben Partien ungeschlagen“, so Hoppe. „Sportlich haben wir vieles richtig gemacht.“ Besonders Mittelfeldstratege Paul Schinke (13 Spiele/2 Tore/3 Vorlagen) war zuletzt von den Unmutsäußerungen („Du faule Sau!“, „Beweg deinen Arsch!“) betroffen – teils schon beim Aufwärmen. „Es sind nur vier, fünf Leute, die stehen aber ganz vorne am Zaun“, beklagt Hoppe. Auch für die ganz jungen Spieler, die aus Fehlern lernen müssen, keine einfache Situation. Hoppe appelliert daher an die Anhänger, diejenigen zur Rede zu stellen, die frühzeitig durch negative Sprüche auffallen.

Für die schlechte Stimmung gibt es mehrere Erklärungen. Zum einen versprühte die Mannschaft trotz ihrer guten Serie zuletzt nicht den großen spielerischen Glanz, was auch an den verletzten Offensivkräften Sascha Pfeffer oder Maximilian Pommer liegen dürfte. Zudem hatte Angreifer Djamal Ziane mit einer Torflaute zu kämpfen. Beim 2:1 gegen Halberstadt gelang ihm die erste Bude nach neun für ihn torlosen Regionalliga-Partien. „Djamal schleppt sich trotz Blessuren ins Training und zu den Spielen“, sagt Hoppe. Der Treffer am Sonntag habe ihm extrem gut getan.

Zudem sorgte die Entscheidung für Unmut, Karten für das Heimderby gegen Chemie am Buß- und Bettag (22. November) nur als Kombi-Tickets für weitere Partien zu verkaufen. Dies soll unter anderem der finanziellen Konsolidierung vor dem einnahmearmen Winter dienen. Manch Fan fühlt sich abgezockt und fürchtet zu viel Kommerzdenken beim Traditionsverein. „Ohne die Fans würde es den Verein schon lange nicht mehr geben“, sagt Hoppe, „aber jetzt brauchen wir jeden Einzelnen, um weiter nach oben zu kommen.“ Wenn der Klub finanziell besser da steht, würde man den Fans gern etwas zurückgeben. „Wir werden uns da mal zusammensetzen und Gedanken machen“, kündigt der Co-Trainer an.

Von: Sylvio Hoffmann, Thomas Fritz