Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Donnerstag, 28. September 2017
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4. Liga ja, aber vorerst Zukunftsmusik

Lok und Chemie sprechen sich für die neue Liga aus

Leipzig. In einem sind sich die Fußball-Regionalligisten bundesweit einig: Das Nadelöhr zur 3. Liga muss weg. Die Meister der fünf Regionalligen sollen direkt aufsteigen. Vor zwei Wochen fanden die Klagen endlich Gehör beim Deutschen Fußball-Bund. Und die Ostvereine ließen Mittwochabend Taten folgen. Mittels einer Erklärung: Anstoß Nordost heißt diese. Mit einer radikalen Forderung. Die 4. Liga muss her, organisiert und finanziert vom DFB. Thematisiert wird das am Dienstag auf dem Spielausschuss des Verbandes. Eine Entscheidung kann aber nur der DFB-Bundestag treffen. Welche Chancen hat also dieser Vorstoß?

Lok Leipzigs Geschäftsführer Martin Mieth war bei der Beratung, die vom Nordostdeutschen Fußballverband initiiert wurde, dabei. „Alles andere wäre Flickschusterei“, kommentiert er die grundlegende Überlegung. Gleichwohl wissend, dass diese nicht sofort umgesetzt werden kann. Deswegen stimmte Mieth wie die Mehrheit der Vereine für das rollierende Modell als Übergangslösung. Demnach steigen drei Meister auf. Zwei spielen Nummer vier aus. Auch Lok-Trainer Heiko Scholz ist für die längst überfällige Veränderung. „Ich stimme voll zu, du musst Profitum in der Regionalliga haben, wenn du in die 3. Liga willst. Anders geht das nicht.“ Aber im Hier und Jetzt sei das Zukunftsmusik. Da zählt heute (19 Uhr) der Auftritt beim Kellerkind TSG Neustrelitz. „Die Jungs haben sich alle Urlaub genommen, ich bin mir sicher, dass das keine Kaffeefahrt wird“, sagt Scholz. Schließlich geht das Gros seiner Spieler arbeiten.

Eingetütet, wie es viele glauben, ist der Sieg damit noch lange nicht. „Wir sind gut, aber wir sind nicht Energie Cottbus“, warnt der Coach. Der wird sein Team wieder mit einer Dreierkette auf den Rasen schicken. Christian Hanne reiht sich in die Versehrtenliste – Bänderdehnung im Knie. Maximilian Pommer steht zwar im Training, kann aber noch nicht sein Pensum abspulen. Zudem ist der Fokus auf Dienstag (14.35 Uhr) gerichtet. Dann kommt Energie ins Plache-Stadion. 3597 Karten sind bereits über den Tresen gegangen.

Von: Alexander Bley