Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Freitag, 18. August 2017
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„Becks“ Rückkehr

Daniel Becker kommt mit Luckenwalde Sonnabend zu Lok

Leipzig. „Einen von beiden musste ich enttäuschen“, erklärt Daniel Becker alias „Becks“ das Dilemma, in dem er vor fünf Monaten steckte. Auf der einen Seite Heiko Scholz mit einer Vertragsverlängerung bei Lok Leipzig bis 2020. Auf der anderen Dirk Heinze, Boss vom FSV Luckenwalde, mit einem ähnlichen Kontrakt. Aber: plus berufliche Perspektive im Verein, sprich als Manager und die Nähe zur Familie. „Von Lok wegzugehen fiel mir sehr, sehr schwer“, betonte der 30-Jährige. Nicht richtig ist, dass „Becks“ der Liebe wegen ins Brandenburgische ging. Das Girl hat er in Leipzig kennengelernt, nachdem der Wechsel bereits feststand.

Bereits am Sonnabend gibt er sein Comeback: Mit dem FSV Luckenwalde kommt das Zauberfüßchen zurück ins Bruno-Plache-Stadion. Nur steht er eben ab 13.30 Uhr auf der anderen Seite des Feldes, in Konfrontation mit den Probstheidaern.

Seit zwei Wochen spukt die Rückkehr zu Blau-Gelb in seinem Kopf umher. Verständlich, denn das Verhältnis zum Leipziger Trainerduo Scholz/Hoppe ist intakt. Der Kontakt mit vielen Spielern steht auch noch. „Das ist meine Ex-Mannschaft“, sagt „Becks“ ganz selbstverständlich.
Der Abgang des Spielmachers wog damals bei Lok schwer. Warum? Die Leistungsdaten des eher ruhigen Zeitgenossen sprechen für sich: In 61 Spielen im Trikot der Blau-Gelben ließ er selbst 25 Mal das Netz zappeln und ganze 29 Tore bereitete er vor. Klassenbester in Probstheida in den vergangenen zwei Jahren. Klar, dass so ein Spieler ungern hergegeben wird. Wenn „Becks“ Thema war, geriet Coach Scholz ins Schwärmen – „ein Ausnahmefußballer“.

Das ist Geschichte, spätestens seitdem die neue Saison aus den Puschen gekommen ist. Nach drei Spieltagen stehen die Leipziger ungeschlagen mit sieben Punkten auf Platz drei. Der FSV Luckenwalde trägt die rote Laterne. Drei Niederlagen – 1:4 gegen den BFC, 1:2 gegen den Berliner AK, 0:2 gegen Hertha BSC II. „Wir haben viel Verletzungspech, haben drei Rote Karten kassiert und sind nicht so breit aufgestellt wie etwa Lok“, erklärt Becker. „Da ist Lok wesentlich weiter“, hängt der 1,71-große Wusel an. In den drei FSV-Partien war er der einzige Torschütze seines Teams. Zwei Treffer hat Becker bereits auf seinem Konto.

Die Probstheidaer kompensieren derzeit gerade zwei Ausfälle (Pommer, Pfeffer) auf genau der Position, auf der „Becks“ zauberte. Ex-Teamkollege Paul Schinke könnte aus der Defensive vorrücken oder Nils Gottschick. „Wir sind krasser Außenseiter, wissen, dass wir überrollt werden sollen“, ist sich Becker sicher. „Ich sehe Lok schon fast hinter dem BFC, Leipzig hat sich weiterentwickelt. Cottbus ist absoluter Aufstiegsfavorit. Dazu gesellen sich in die Top fünf Nordhausen und eine Überraschungsmannschaft.“ 

Von: Alexander Bley