Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Montag, 31. Juli 2017
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„Das ist wie eine Pest“

Lok-Präsident Löwe richtet klare Worte an die Chaoten

Leipzig. Der versuchte Platzsturm zweier Chaoten aus dem Lok-Fanblock beim Ortsderby gegen die BSG Chemie am Sonnabend hat Konsequenzen. Das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) hat gestern ein Verfahren gegen die beiden Regionalliga-Vereine aus Leipzig eröffnet. Der 1. FC Lok und die BSG wurden um eine schriftliche Stellungnahme bezüglich des Vorfalls, der zur Spielunterbrechung in der 87. Minute führte, gebeten. Diese muss innerhalb von fünf Tagen beim NOFV eingehen. Wie der Vorsitzende des Sportgerichts Stephan Oberholz erklärte, werde gegen Lok aufgrund des unsportlichen Verhaltens seiner Fans ermittelt. Bei Gastgeber Chemie bestehe zudem der Verdacht, dass nicht ausreichend Sicherheitskräfte im Einsatz gewesen seien.

Zwei vermummte Personen waren beim Stand von 1:0 für Lok in der 87. Minute über den Sicherheitszaun im Kunze-Sportpark geklettert, einer provozierte die Chemie-Fans. Sicherheitskräfte drängten die Hooligans zurück. Die Einsatzkräfte der Polizei konnten keinen Täter fassen. „Leider war es auch nicht möglich, die Identität der Männer festzustellen“, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt gestern. Die Beamten gehen aber davon aus, dass die Hooligans zu einer Gruppe von 150 Personen aus dem Umfeld der „Fanszene Lokomotive Leipzig“ gehörten, die erst zur zweiten Halbzeit im Kunze-Sportpark eintrafen. Zwölf Personen aus dieser Gruppe wurden wegen Stadienverboten des Platzes verwiesen. „Den anderen konnten wir den Zutritt nicht verwehren, sie hatten schließlich gültige Eintrittskarten dabei“, begründete Voigt.

Lok-Präsident Thomas Löwe platzte bereits nach der Partie der Kragen. „Das sind die selben Chaoten, die uns Erfurt das Spiel kaputt gemacht haben. Das sind die selben Chaoten, die uns das Spiel in Bischofswerda kaputt gemacht haben. Das ist wie eine Pest, die wir nicht loswerden. Haut ab! Wir wären richtig froh und glücklich, wenn ihr verschwindet“, sagte der 49-Jährige.

Von: bly/mpu