Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Donnerstag, 24. August 2017
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Die Keeper mit den erhobenen Zeigefingern

Lok- und Chemie-Hüter mahnen / Gottschick vor OP

Leipzig. „Teuer erkaufte Siege“, sagt Lok-Trainer Heiko Scholz (51) mit Blick ins Lazarett der Blau-Gelben. Länger eingerichtet hat sich da Sascha Pfeffer (Knie), Maximilian Pommer (Rücken) harrt noch bis nächste Woche auf der Liege aus. Ungewollt wieder dort gelandet ist Nils Gottschick. Der 23-Jährige hatte gerade seine Schulter-OP auskuriert, sich in den Stamm gespielt. „Das ist schade für den Jungen“, sagte Scholz, „er war gerade wieder fit.“ Gottschick bekam im Spiel gegen Luckenwalde eins in die Beine. Seitdem klagte der Ballantreiber über Knieschmerzen. Nun ist es gewiss: ein Riss im linken Außenmeniskus. Es muss operiert werden. Acht bis zehn Wochen ist Ritze!

Mit Gottschick hat es den nächsten Taktgeber beim 1. FC Lok erwischt. So wird wohl Scholz heute in Nordhausen (19 Uhr) bereits Variante vier im fünften Regionalligaspiel preisgeben. Das Transferfenster schließt übrigens am 31. August. Es wird geillert, mit Sicherheit.

Beste Chancen hat Paul Schinke, auf dem Grün des Albert-Kuntz-Sportparks von der Kette gelassen zu werden. Lok muss beim FSV Wacker 90 ran. Sowohl die Thüringer als auch die Sachsen zählen zum erweiterten Favoritenkreis der Liga. Nordhausen bereits seit dem vergangenen Jahr. Aber mehr als große Schlagzeilen über Maurizio Gaudino und einem Kader von 30 (!!!) Spielern war nicht drin. Auf dem heißen FSV-Stuhl sitzt derzeit Volkan Uluc (47). Selbst der vikingerhafte René van Eck ging zuvor baden. Das soll Uluc nicht passieren – neun Neue – vornehmlich junge Spieler kamen. Einzige Ausnahme Bédi Buval (31) von Drittliga-Aufsteiger Carl-Zeiss Jena. Zehnmal traf der Franzose in der vergangenen Saison. Die Torbremse hat Uluc bei Wacker noch nicht gelöst. Vier Spiele, vier Tore, fünf Punkte. Da ist Luft nach oben.
„Wir können mit breiter Brust hinfahren. Danach wissen wir, wo wir hingehören“, gab sich Lok-Coach Scholz selbstbewusst. Ausruhen auf dem 2. Platz und zehn Zählern können sich die Probstheidaer nicht. “Wir müssen weiter hart arbeiten“, sagte Benjamin Kirsten mit Blick in den Rückspiegel auf die Partie gegen Luckenwalde. „Wir haben das Spiel klar dominiert und machen uns das Leben selbst schwer“, hob er den Zeigefinger wegen individueller Aussetzer bei den Gegentreffern.

Gleiches macht auch Julien Latendresse-Leveque bei der grün-weißen Konkurrenz aus Leutzsch. Wahrscheinlich mit noch mehr Nachdruck. Das gefangene Tor in Bautzen hatten seine Vorderleute Budissa auf dem Silbertablett serviert. Umkehrschub im Kunze-Sportpark sollte Sonnabend (13.30 Uhr) wohl die Devise bei der BSG Chemie lauten. Dass sie es können, hat das Team von Dietmar Demuth bereits bewiesen – gegen Babelsberg. Mit dem bisher einzigen erzielten Tor. Ergo ist klar, wo der Schuh drückt ...

Von: Alexander Bley