Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Dienstag, 07. November 2017
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Im „Bruno“ geht’s wieder ums Ei

Zweites Leipzig-Gastspiel der Rugby-Auswahl bei Lok

Leipzig. Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres läuft die deutsche Rugby-Nationalmannschaft am Sonnabend (15 Uhr) im Leipziger Bruno-Plache-Stadion gegen Brasilien auf. Statt Tore wie beim 1. FC Lok werden dann wieder Trys gezählt, es gibt keine Zweikämpfe, sondern Tackles. Ach ja, und sogar die Rudelbildung wird im Form des „Rucks“ gern gesehen und ist ganz legal.
„Das ist für uns eine schöne Sache, dass unser Stadion nicht nur als Fußballstätte wahrgenommen wird“, sagt Lok-Vizepräsident Stefan Guth. „Und es ist eine große Ehre, auch das zweite Länderspiel im Osten nach der Wiedervereinigung hier auszurichten.“
Initiative für den Nachwuchs

Im Vorfeld der Partie rührte der Rugby Club Leipzig kräftig die Werbetrommel. Rund 2000 Leipziger Kindern wurde in den vergangenen Wochen durch Trainer und Betreuer im Rahmen der Bundesverband-Initiative „Get into Rugby“ der von den britischen Inseln stammende Sport nähergebracht. Die Teilnehmer erhielten Flyer, die freien Eintritt zum Länderspiel ermöglichen. RCL-Präsident Karsten Heine hofft auch deswegen trotz mäßiger Wetterprognose auf eine Steigerung der Zuschauerzahl aus dem vergangenen Herbst, als die deutsche 15er-Auswahl den Südamerikanern beim 34:16 vor knapp 3000 Fans keine Chance ließ.

Die Idee, über ein Schnuppertraining zusätzliche Einlaufkinder für das Match zu gewinnen, brachte allerdings nicht den gewünschten Erfolg. Vielleicht wegen des sehr schlechten Wetters an dem Tag, vielleicht auch, weil besorgte und schlecht aufgeklärte Eltern den Sport für zu hart für den Nachwuchs halten, vermutet Heine. „Dabei gibt es weniger Verletzungen als im Fußball“, behauptet er. Insgesamt sieht der Präsident Rugby in Leipzig aber auf einem guten Weg. Der Verein belegt zwar in der Bundesliga Nord/Ost aktuell abgeschlagen den letzten Tabellenplatz. Doch allein 250 Mitglieder, davon die Mehrheit Kinder und Jugendliche, jagen beim RC dem Ei hinterher. „Wir haben hier wieder einen Entwicklungsprozess angeschoben, aber das braucht noch ein bisschen Zeit.“

DRV-Team will erneut den Erfolg

Ein Prozess, der von einem Länderspiel in der Region vielleicht zusätzlich profitieren kann. Für den Samstag wünscht sich Heine lautstarke Unterstützung durch das Leipziger Publikum und anders als im November 2016 ein knappes, spannendes Spiel – natürlich mit einem Erfolg der von den Kapitänen Sean Armstrong und Michael Poppmeier angeführten Gastgeber. Sein Tipp: „Deutschland gewinnt mit fünf.“ Vielleicht bringt das „Bruno“ den kräftigen Jungs ja wieder Glück…

Von: Thomas Fritz