Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Sonntag, 07. Januar 2018
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Lok geht früh der Dampf aus

Scholz-Team scheidet bei Hallenmasters in Markranstädt im Viertelfinale aus / Drittligist Erfurt holt Titel
Markranstädt. Ein wenig angefressen war er dann wohl doch. „Ich werde dir bestimmt nicht sagen, wo ich nachher meinen Geburtstag feiere“, blaffte Heiko Scholz am Sonnabendnachmittag auf die Frage nach der Abendplanung zurück – schließlich stand am Sonntag der 52. Geburtstag des Lok-Übungsleiters an.

Während die letzten Halbfinalisten gesucht wurden, hatte „Scholle“ schon genug Zeit, sich den Fragen nach dem Abschneiden beim 17. Ur-Krostitzer Hallenmasters zu widmen. Seine Loksche hatte bereits im Viertelfinale ausgedampft, gegen den Regionalliga-Konkurrenten ZFC Meuselwitz kam das Aus nach Neunmeterschießen. Für Scholz sei das Wichtigste gewesen, dass sich keiner verletzt hat. Im Vergleich zum Vorjahr (Platz drei) und 2016 (Titelgewinn) war das Abschneiden dennoch etwas enttäuschend.
Positiv hervor tat sich noch am meisten Keeper Benjamin Kirsten, der im Sportcenter Markranstädt ähnlich stark parierte wie einen Tag zuvor beim Halplus-Cup in Halle, wo der 30-Jährige als bester Torwart ausgezeichnet wurde.

Diese Ehrung ging am Sonnabend an Christian Wings, der mit dem SSV Markranstädt überraschend bis ins Finale vorstieß. Dort war dann Drittligist Rot-Weiß Erfurt doch eine Nummer zu groß, es gab ein verdientes 1:3. Vor allem für die Stimmung in der Halle war der Erfolg der Markranser wichtig, da ein Drittel der 1200 Zuschauer aus Lokisten bestand und sich nach den Viertelfinals vornehmlich mit Bratwurstessen beschäftigte.

Neben den Blau-Gelben und den Gastgebern wurden auch der SV Thekla und der KSC 1864 mehr als lautstark unterstützt. Der Plan von Veranstalter Frank Mappes, über Wildcards zwei unterklassige Leipziger Teams einzuladen und damit das Hallenmasters noch bekannter zu machen, war offensichtlich aufgegangen – auch wenn für Thekla und den KSC ebenso wie für Lok schon im Viertelfinale Schluss war.
Schließlich gab es einmal mehr eine bunte (Ex-)Bundesliga-Truppe, die von Vizeweltmeister Bernd Schneider angeführt wurde. „Schnix“ hielt sich diesmal etwas zurück, da er angeschlagen ins Turnier gegangen war. Dafür zeigte Kultkeeper Tomislav Piplica, dass er trotz inzwischen massig grauer Haare in Bart und Zopf noch nicht eingerostet ist. An ihm lag’s nicht, dass die Auswahl erst gegen Markranstädt im Halbfinale und dann auch das Neunmeterschießen um Platz drei verlor.

Bernd Schneider nahm’s derweil gelassen, machte einen Haufen Selfies mit Anhängern aller Couleur und versprach: „Auch 2018 spiele ich wieder in Markranstädt.“ 

Von: Christian Dittmar