Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Donnerstag, 02. November 2017
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Lok verpasst Derby gegen Chemie

Regionalligist nach schwacher Leistung im Sachsenpokal gegen Bautzen ausgeschieden

Leipzig. Chemnitzer FC raus, FSV Zwickau raus. Wohl noch nie in den vergangenen Jahren hat sich das Tor zum Sieg im Sachsenpokal und damit zur DFB-Pokalqualifikation für den 1. FC Lok so weit geöffnet. Theoretisch zumindest. Nach einem ganz schwachen 0:3 (0:1) gestern Abend gegen Budissa Bautzen muss der Regionalliga-Fünfte schon im Achtelfinale die Segel streichen. Umso ärgerlicher, weil Losfee Henning Frenzel in der Halbzeit dem Sieger des Duells fürs Viertelfinale am 11./12. November die BSG Chemie Leipzig zuloste (die Ansetzungen: Oderwitz – Radebeul, Inter Leipzig – Neugersdorf, Auerbach – Bischofswerda, Chemie Leipzig – Bautzen). „Eine schwache Vorstellung unserer Mannschaft, mehr gibt’s dazu nicht zu sagen“, erklärte Lok-Präsident Thomas Löwe angefressen.

Trainer Heiko Scholz stellte vor 1563 Zuschauern Ersatzkeeper Christopher Hanf ins Tor, im Angriff durfte Matus Lorincak für Djamal Ziane ran, der nach Schlusspfiff eigentlich für sein 100. Spiel (37 Tore) im Lok-Dress geehrte werden sollte. Gegen den Angstgegner (ein Sieg aus elf Duellen) gerieten die Gastgeber schon nach elf Minuten in Rückstand. Tony Schmidt verwandelte einen Freistoß durch die geöffnete Mauer direkt, eine unglückliche Aktion (11.). Vier Minuten später lenkte der zeitweise nervös wirkende Hanf einen Schuss vom rechten Strafraumeck an den Pfosten. Nach einer halben Stunde hatte die Ostsachsen erneut das 2:0 auf dem Fuß, doch Franz Pfanne zog knapp am Kasten vorbei. Bis auf einen harmlosen Kopfball von Robert Zickert und einen satten Schuss von Verteidiger Peter Misch fanden die fahrigen Hausherren offensiv praktisch nicht statt. Zu viele hohe Bälle, die im Nichts landeten, zu wenig Kombination gegen die tief und kompakt stehenden Bautzner.

Nach der Pause wurde es nicht besser. Auch die Aussicht auf ein weiteres Lokalderby beflügelte die Blau-Gelben nicht. Ganz im Gegenteil. Lok gelang weiter wenig, der letzte Wille fehlte, die Oberlausitzer zeigten konsequentes Konterspiel. Paul Milde und Franz Pfanne machten den Sack zu. Die eingewechselten Djamal Ziane und Nils Gottschick konnten keine zählbaren Akzente mehr setzen. Benny Kirsten ersetzte wenig später den verletzten Hanf im Tor – und kassierte zumindest keine weitere Bude mehr.
Damit verlor die Loksche erstmals wieder seit sieben Pflichtspielen und hat die Chance, in der nächsten Saison die große Fußballbühne zu betreten, kläglich verstreichen lassen.

Von: Thomas Fritz