Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Samstag, 30. September 2017
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Rote Karte trübt Freude bei Lok

2:0-Sieg in Neustrelitz nach starker erster Halbzeit / Feldverweis für Paul Maurer / Dienstag gegen Cottbus

Neustrelitz/Leipzig. Die erste Halbzeit hui, die zweite, hmmm, sagen wir mal nicht ganz so hui: So salopp lässte sich das 2:0 des 1. FC Lok Leipzig gestern Abend bei der TSG Neustrelitz zusammenfassen. Ryan Malone in der 6. und Markus Krug in der 24. Minute trafen für die Leipziger. Die hätten im Norden noch viel höher gewinnen können. Denn im ersten Durchgang reihte sich Chance an Chance. Die besten: Maik Georgis Hammer aus 28 Metern verfehlte das Tor nur um Zentimeter (21.), kurz vor dem Pausenpfiff köpfte Robert Zickert den Ball aus fünf Metern freistehend (!) übers Tor. Zu dem Zeitpunkt hätte das das 3:0 sein können, auch damit wären die harmlosen Neustrelitzer noch gut bedient gewesen.

Für die 559 Zuschauer – darunter rund 100 Leipziger – blieb es ein Geheimnis, warum die Gäste in Halbzeit zwei so ganz anders zur Sache gingen als noch im ersten Durchgang. Das Match verlor an Attraktivität, Lok beschränkte sich aufs Verwalten. Waren die Probstheider schon in Gedanken beim Hit gegen Cottbus und auf Schonung bedacht? „Nein, nein“, wehrte Lok-Coach Heiko Scholz ab. „Wir haben diszipliniert verteidigt und nichts anbrennen lassen.“ Aber nur fast, denn dann passierte doch noch was. Minute 74: Paul Maurer verlor den Ball an der Mittellinie, es gab plötzlich eine Rangelei, da wurde geschubst und diskutiert. Die Schiedsrichter berieten sich, dann sah Maurer die Rote Karte. Scholz: „Sehr ärgerlich. Und der beteiligte Neustrelitzer hat nur Gelb gesehen ...“

Fünf Minuten später noch ein Aufreger: Nach einer Neustrelitz-Ecke von der rechten Seite köpfte ein Neustrelitzer den Ball ins Lok-Tor. Doch Entwarnung – Schiedsrichter Robert Wessel pfiff Abseits. Auf­atmen bei den Leipzigern, die das Match locker nach Hause brachten. Wegen der starken ersten Hälfte verdient der Sieg auch das Prädikat verdient. „Mir war dreimal wichtiger, hier die drei Punkte zu holen, als dass wir am Dienstag was reißen. Denn Cottbus spielt in einer anderen Liga, aber hier mussten wir gewinnen“, meinte Heiko Scholz. Die rote Karte für Paul ­Maurer war jedoch mehr als der berühmte Wermutstropfen, der Ex-Cottbusser wird gegen seinen alten Verein fehlen, wie auch Ryan Malone (fünfte Gelbe Karte).
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Am Dienstag (14.35 Uhr) biegt Ligadominator Energie Cottbus in Probstheida ein. 4000 Karten für den Schlager gegen die Lausitzern sind bei Lok schon über den Tresen gegangen. Mit 5500 Fans rechnet Geschäftsführer Martin Mieth. Mehr könnten es problemlos auch werden.Denn die Blau-Gelben dürfen nunmehr 10 900 Zuschauer ins Bruno lassen.

Die, die auf jeden Fall da sind, können ihrer „Loksche“ neben der Unterstützung noch einen weiteren großen Gefallen tun. Denn die LVZ Post wettet, dass die Lokis es nicht schaffen, im Stadion 2000 Postkarten in die blauen Briefkästen zu werfen. Die müssen von den Fans nur ordentlich adressiert werden. Karten und Porto stellt die LVZ Post. Wenn das gewuppt wird, bekommt der Nachwuchs postwendend 1000 Euro. Falls die 2000 Karten im Stadion nicht zusammenkommen, müssen Spieler und Trainer an die Stanze. Im Logistikzentrum in Stahmeln wird dann eine Stunde fleißig die Post sortiert.

Von: Uwe Köster/Alexander Bley