Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Donnerstag, 02. November 2017
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Scherben zählen und Wunden lecken

Ratlosigkeit und Zweckoptimismus beim 1. FC Lok nach Aus im Sachsenpokal

Leipzig. Von den Spielern des 1. FC Lok erreichte keiner Normalform, die Stimmung auf den Rängen versprühte nicht gerade Pokalbegeisterung und auch die Glücksmütze von Coach Heiko Scholz versagte auf der ganzen Linie. Einen Tag nach dem bitteren 0:3 (0:1) gegen Angstgegner Budissa Bautzen im Sachsenpokal-Achtelfinale war in Probstheida Scherben zählen und Wunden lecken angesagt.

Die Mutter aller Fragen: Woran hat`s gelegen? Fehlender Rhythmus nach dem sturmbedingten Spielausfall gegen Meuselwitz? Die ungewohnte Anstoßzeit? Oder lähmte doch die Aussicht, nach dem Ausscheiden der Drittligisten Chemnitzer FC und FSV Zwickau plötzlich als heimlicher Favorit auf den Pokalsieg dazustehen?
„So dürfen wir nicht auftreten. Da müssen wir auch klare Worte finden. Aber erklären kann ich mir die Leistung immer noch nicht so richtig“, meinte Coach Heiko Scholz nach einer unruhigen Nacht. Der Spielausfall habe aber sicher „nicht geholfen“, war er sicher.

Zudem entschuldigte sich der 51-Jährige bei den Fans – und nahm seine Jungs zugleich in Schutz. „Haut mir auf die Fresse, aber lasst die Mannschaft in Ruhe.“ Präsident Thomas Löwe sprach von einer „schwachen Leistung“ und einem „unterirdischen Spiel“ und ärgerte sich über das verpasste Viertelfinale-Derby gegen die BSG Chemie. Er appellierte an die Anhänger, die Mannschaft, die im zweiten Regionalliga-Jahr aktuell Platz fünf belegt, weiter zahlreich zu unterstützen.

Stichwort Unterstützung: Etwas Feuer von den Rängen hätte sicher ein paar Prozente mehr von den Akteuren rausgekitzelt, doch der frühe Rückstand und die nervöse Spielweise ließen eher launisches Motzen und Buh-Rufe bei den 1563 Zuschauern aufkommen als motivierende Anfeuerungsgesänge. „Schade. Das war sehr negativ“, sagte Scholz, der sonst keine Gelegenheit auslässt, sich bei den treuen Lok-Fans zu bedanken.

Nach dem bitteren Ausscheiden bleibt es bei einem Sieg (in zwölf Duellen) gegen die Männer aus der Senfstadt, darunter eine 0:2-Pleite in der 2. Runde des Sachsen-Pokals im Jahr 2008. Schon am Sonntag (13.30 Uhr) läuft der Neunte der Regionalliga, Germania Halberstadt, im Bruno-Plache-Stadion auf. In der Liga sind die Leipziger seit sechs Partien ungeschlagen. „So bitter das Aus für uns alle ist“, sagt Heiko Scholz, „wir müssen jetzt schnellstens die Köpfe wieder hochkriegen.“

Von: Thomas Fritz