Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Sonntag, 28. Januar 2018
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Scholz poltert, Weber lobt – ZFC mit dem siebten Streich gegen Lok

Meuselwitz. „Was ich 45 Minuten gesehen habe, war eine Frechheit“, polterte Heiko Scholz nach dem Kick an der Schnauder. Nicht genug, der Trainer von Lok Leipzig legte nach: „Meuselwitz hat das verdient gewonnen. Wir waren vier Mann weniger auf dem Platz, die nicht Normalform erreicht haben.“

Und deshalb bleibt es dabei: Der Zipsendorfer FC spielt Blau-Gelb nunmehr den siebten Streich. In Manier des tapferen Schneiderleins feierten die Meuselwitzer einen 2:0-Sieg (0:0) und schieben sich bis auf drei Zähler an die Lokomotive aus Probstheida ran. Der ZFC ist für den 1.FC weiter ein unüberwindbarer Bock.

„Wie wir uns in der 2. Hälfte verkauft und agiert haben, das war klasse“, stimmte Heiko Weber ein Loblied auf die Seinen an und auch ein klitzekleines auf sich: „Ein schlechter Trainer hätte Maximilian Weiß in der ersten Halbzeit ausgewechselt.“ Und weil der 52-Jährige kein schlechter ist, ließ er seinen brandheißen Neuzugang von Carl-Zeiss Jena drin. Weiß leitete mit seinem Treffer nämlich das Lok-Verderben ein, weil er die Sahneablage von Fabian Stenzel mustergültig per Innenseite einlochte (57.). Der Treffer war das Knallbonbon für das Dauerfeuerwerk, was die Meuselwitzer in der Bluechip-Arena abfeuerten.

Lok konnte sich nicht mehr befreien, ganz im Gegensatz zur ersten Hälfte, in der die Gäste das Spiel machten. Aber auch da fehlten Schinke, Malone & Co. die Ideen, um die kompakt und gut gestaffelten Zipsendorfer zu knacken. „Da haben wir Gas gegeben, haben uns das Übergewicht erarbeitet, sind gut ins Gegenpressing gegangen“, fasste Christian Hanne zusammen, der mit Robert Zickert und Markus Krug die Lok-Dreierkette bildete. „In der zweiten Hälfte war es dann genau umgekehrt. Wir packen beim 0:1 nicht richtig zu und das Zweite dürfen wir auch nicht fressen.“

Pierre le Beau stellte die Weichen zum Sieg der Thüringer. Nach einem Freistoß von Sebastian Albert konnte der 31-Jährige im 16er erst in aller Ruhe die Pille annehmen, sich mutterseelenallein um die eigene Achse drehen und die Pille mit links ins Netz hoppeln lassen (75.).

Die Chancen, die Lok hatte, konnten an einer Hand abgezählt werden. Hitverdächtig war davon keine – am gefährlichsten noch der Schuss von Paul Schinke (3.) und der Lauf des eingewechselten Maik Georgi kurz vor Abpfiff. „Der Zug nach vorn hat total gefehlt“, ätzte Scholz. „Wir hatten es einfach nicht verdient zu gewinnen.“ 

Von: Alexander Bley