Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Sonntag, 22. Oktober 2017
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So wie das Wetter ...

Lok Leipzig spielt sich dennoch mit dem Remis gegen den VfB Auerbach auf Platz drei der Regionalliga
Leipzig. Horst Steffen und Steffen Ziffert vom Chemnitzer FC dürften wohl auch schon spannendere Tage verbracht haben als gestern Nachmittag in Probstheida. Das CFC-Duo begutachtete den nächsten Sachsen-Pokalgegner VfB Auerbach, der bei Lok Leipzig gastierte. Die Rückkehr ins Dress der Blau-Gelben vom zwei Spiele büßenden Paul Maurer brachte zwar ein Tor (9. Minute) mit sich, aber nicht den erhofften Offensiv-Impuls. Die Blau-Gelben trennten sich vor 2606 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion von den Vogtländern, ihrem Angstgegner, 1:1 (1:1).

Lok-Trainer Heiko Scholz konnte die missmutige Stimmung einiger Fans nach der Partie nicht so recht verstehen: „Wir haben nicht verloren, sind also gegen Auerbach schon mal einen Schritt weiter. Und wir sollten die Kirche im Dorf lassen, spielen das zweite Jahr in der Regionalliga.“ Wobei der 51-Jährige zu Recht darauf verwies, dass seine Jungs das sechste Mal in der Serie ungeschlagen das Spielfeld verließen. Der eingeheimste 20. Zähler bringt den 3. Tabellenplatz.

Mehr Punkte wären drin gewesen. Wenn, ja wenn Innenverteidiger Peter Misch nicht ein kapitaler Bock passiert wäre. Eine Bommel schwebte auf der Höhe des Lok-16ers ein. Beim Klärungsversuch verrutschte der Ball auf dem Kopf des 20-Jährigen. Damit überrumpelte Misch auch Benjamin Kirsten. Die Pille hoppelte über die Linie (7.). „Du brauchst solche Tore, die auch mal so reinkullern“, fasste es Auerbachs Trainer Michael Hiemisch zusammen. Sein Team ist übrigens der uneingeschränkte Remis-König der Liga. Sieben in elf Spielen.

„Wir haben sofort geantwortet“, beschrieb Maik Georgi die folgenden Minuten. Im direkten Gegenzug zischte die Seitfallabnahme von Marcel Trojandt noch über die Latte. Georgi bereitete kurz darauf den Maurer-Treffer vor. Im Pingpong mit VfB-Hüter Stefan Schmidt und dem Pfosten versenkte Maurer die Pille. „Ich hab ihn irgendwie reingestochert“, kommentierte er den Ausgleich. Dann passierte eine ganze Weile so gut wie gar nichts. Die Läufe der Leipziger verpufften. Abpraller ließen die Lok-Jungs sträflich liegen. Aprospos liegen: Schiedsrichter Steffen Hösel ließ ordentlich Härte zu. Foul brach Spielfluss, den Karton zeigte er selten. „Das war mehr Kampf als Fußball. Wir haben nicht so richtig Ruhe in unser Spiel bekommen“, fasste es Loks Kapitän Markus Krug zusammen. Der rackerte wieder als rechter Verteidiger. Scholz hatte wieder auf Viererkette umgestellt.

Der bereitete Marc-Philipp Zimmermann ab und an Ärger. Minute 31: Seinen wuchtigen Kopfball rettete Robert Zickert. „Wir haben das in der ersten Hälfte vernünftig gemacht. Danach hat nur noch Lok gedrückt. Aber was zugelassen haben wir auch nicht“, sagte der VfB-Stürmer.

In Halbzeit zwei verlor das Spiel an Fahrt. Einzig Georgi und Maurer strahlten Torgefahr aus. In der 66. Minute scheiterte Georgi am gegnerischen Keeper. „Das Spiel hat sich dem Wetter angepasst – Scheiße“, brachte es Georgi unumwunden auf den Punkt. Aber auch: „Wir sind wieder ungeschlagen vom Feld gegangen.“

Von: ALEXANDER BLEY