Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Sonntag, 10. September 2017
Nur diese Kategorie anzeigen:Leipziger Volkszeitung

Wie zugenagelt

Lok trifft das Tor nicht und unterliegt Viktoria Berlin mit 0:1

Leipzig. Die schwarze Serie hat Bestand: Der 1. FC Lok bleibt auch im fünften Pflichtspiel gegen Viktoria Berlin ohne dreifachen Punktgewinn. Vor 2572 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion unterlag der Regionalligist unglücklich mit 0:1 (0:1). Für das Tor des Tages zeichnete sich der frühere algerische Nationalspieler und Union Berlins Rekordtorschütze Karim Benyamina (15.) verantwortlich.

Symptomatisch: Den Kopfball von Neuzugang Ryan Malones fischte Schlussmann Dominik Kisiel in der Nachspielzeit von der Linie, selbst Lok-Hüter Benny Kirsten war da mit nach vorne geeilt. „So schlecht, wie wir in der zweiten Halbzeit unsere Chancen nutzen, brauchen wir uns über das Ergebnis nicht wundern. In so einem Spiel musst du auch mal in der Nachspielzeit ein dreckiges 1:1 machen“, ärgerte der sich. In der Rückrunde der Vorsaison hatte Djamal Ziane in der Schlussphase zum umjubelten 3:3 gegen die Hauptstädter getroffen – dieses Mal blieb den Blau-Gelben ein Happyend verwehrt.

Besonders in der zweiten Hälfte ließen sie einfach zu viele Chancen liegen. „Wenn du nicht ins Tor schießt, kannst du auch nicht gewinnen“, wühlte Trainer Heiko Scholz tief in seinem Büchlein der Fußball-Weisheiten. Sein Berliner Kollege Thomas Herbst sprach von einem „glücklichen Sieg“ und bedankte sich bei seinem Schlussmann.

Im Vergleich zum 0:1 gegen Nordhausen ersetzte Youngster Peter Misch den gesperrten Christian Hanne in der Innenverteidigung, in der Außenverteidigung begann Marcel Trojandt für Kapitän Markus Krug, der wegen eines grippalen Infekts kurzfristig ausfiel. Und der offensiv talentiertere Andy Wendschuch kam im defensiven Mittelfeld für Hiromu Watahiki zu seinem Startelf-Debüt in dieser Saison.

Würde man nur die erste Hälfte als Referenz nehmen, ginge die Lok-Pleite allerdings in Ordnung. Benyamina schloss einen Konter nach einem Foul an Trojandt abgezockt zum 0:1 ab, nach einer halben Stunde rettete der Querbalken vor dem 0:2, kurz vor der Pause musste Trojandtauf der Linie klären. Zweimal hattenallerdings auch die Lok-Fans den Torschrei auf den Lippen, aber ZianesKopfball wurde von Kisiel über die Latte gefingert. Wendschuch setzte seinen Schuss aus sechs Metern über den Kasten. In Hälfte zwei trat Scholz weiter in die Eisen: Stürmer Matus Lorincak kam für Wendschuch aus der Kabine.

Die Chancen häuften sich, aber das Tor blieb wie zugenagelt. Ziane vergab zweimal aussichtsreich den Ausgleich (51./60.), Lorincak fiel eine Bogenlampe im Strafraum vor die Füße, aber er passte frei stehend ins Nichts. „Wir hätten hier wahrscheinlich noch Stunden spielen können und hätten kein Tor erzielt“, fasste das Social-Media-Teamder Loksche treffend auf Facebook zusammen. 

Von: Thomas Fritz