Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Sonntag, 05. November 2017
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Wiedergutmachung gelungen

Lok fightet sich gegen Halberstadt mit dem 2:1 zu verdienten drei Punkten

Leipzig. Mit einer beherzten kämpferischen Leistung hat der 1. FC Lok nach der 0:3-Pokalpleite am Mittwoch gegen Bautzen in der Regionalliga Nordost gegen Germania Halberstadt einen 2:1-Sieg eingefahren. „Das war kein berauschendes Fußballfest, sondern ein echter Fight auf Augenhöhe. Wir haben gezeigt, was die Fans sehen wollen. Ich bin natürlich froh, dass wir den Dreier gemacht haben – wir hätten nicht meckern dürfen über ein Unentschieden. Die Regionalliga ist wahnsinnig eng – fünf Punkte sind zehn Plätze“, sagte Lok-Coach Heiko Scholz. Sein Kollege Andreas Petersen meinte: „Wir hätten einen Punkt verdient gehabt. Was uns fehlt, sind Fans wie hier. Die sind in solchen Spielen eben der zwölfte Mann.“
Drei Wechsel nahm Scholz im Vergleich zur Pokalschlappe vor: Für Georgi und Lorincak liefen Watahiki und Ziane auf, zudem rückte Kirsten wieder ins Tor. Der angeschlagene Mittelfeld-Abräumer Malone konnte hingegen ebenso spielen wie Innenverteidiger Zickert, der nach dem fünften (!!!) Nasenbeinbruch seiner Karriere mit Schutzmaske agierte.

Die Verunsicherung der Lok-Spieler war vor 2071 Zuschauern spürbar – gerade im Spiel nach vorne unterliefen den Blau-Gelben viele Fehler. Der Gegner aus Halberstadt hatte zunächst wenig Probleme, die Lok-Angriffe zu unterbinden. Einzige Torchance in der Anfangsphase war eine Volleyschuss von Halberstadts Hofgärtner aus 25 Metern. Mit zunehmender Spieldauer schüttelten die Lok-Spieler ihre Verunsicherung jedoch ab und bekamen immer mehr Zugriff aufs Spiel. Folgerichtig fiel kurz vor der Halbzeitpause der Führungstreffer: Nach öffnendem Pass von Malone kämpfte sich Berger regelrecht bis in den Strafraum. Sein Schuss landete am Lattenkreuz, den Abpraller verwertete Djamal Ziane per Kopf (39.).

In der zweiten Halbzeit machte Halberstadt das Spiel, Lok verteidigte die Führung und verlegte sich aufs Kontern – Torraumszenen blieben jedoch weiterhin Mangelware. Und dann wurde es plötzlich turbulent: Zunächst wurde bei einem Lok-Angriff Zickert im Strafraum gehalten. Den Foulelfmeter von Paul Schinke konnte Halberstadts Fabian Guderitz noch abwehren, gegen den Nachschuss des Schützen war er chancenlos (67.). Wenig später Elfmeter auf der Gegenseite: Tim Oschmann ließ Kirsten keine Chance – Anschlusstreffer (69.).

Bei strömendem Regen entwickelte sich ein Kampf auf Biegen und Brechen, bei dem Halberstadt auf den Ausgleich drückte und Lok immer wieder entlastende Konter fuhr. Die große Chance für die Gäste kam in der zweiten Minute der Nachspielzeit, aber Adli Lachhebs Kopfball hielt Kirsten mit einer großartigen Parade fest – wenig später ertönte der von fast allen im Stadion ersehnte Schlusspfiff.

Von: Carsten Muschalle