Verein, Top3, Top7, Nestwärme | Donnerstag, 03. September 2020

LOK LEIPZIG GEDENKT DEM SK BAR KOCHBA

Blau-gelbe Delegation bei Einweihung der Leipziger Sportrouten-Station

Am vergangenen Montag nahmen der Vize-Präsident Stephan Guth,  Geschäftsführer Jürgen Schwarz sowie die Aufsichtsrats-Mitglieder des 1.FC Lokomotive Leipzig Stefan Dinter und André Göhre an der feierlichen Enthüllung einer Gedenkstele zur Leipziger Sportroute teil, deren 18. Station damit offiziell eingeweiht wurde, dem ehemaligen Sportpark des SK Bar Kochba an der Delitzscher Straße.

Bar Kochba, gegründet im Jahr 1920, war der größte jüdische Sportverein unserer Stadt und hatte teilweise einen direkten Bezug zum VfB Leipzig. Größter Erfolg dessen Fußball-Abteilung war die Meisterschaft der 3. Klasse des Gaus Nordwestsachsen im Jahre 1921.

Der Verein wurde während des Dritten Reiches verschiedenen Repressalien ausgesetzt und 1939 schließlich enteignet sowie aufgelöst. Viele ehemalige Sportler des Vereins überlebten die Nazi-Diktatur nicht.

Nach dem öffentlichen Teil, mit Ansprachen von Skadi Jennicke,  Kulturbürgermeisterin Leipzigs,  dem Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig, Anselm Hartinger und dem Vorsitzenden der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, Küf Kaufmann, fanden allseits interessante Gespräche und Erfahrungsaustausche zwischen allen Anwesenden statt.

Im Rahmen dieser Veranstaltung stellten das Autorenkollektiv Yuval Rubovitch und Frau Dr. Gerlinde Rohr ihr neu erschienenes Buch "Mit Sportgeist gegen die Entrechtung - Die Geschichte des jüdischen Sportvereins Bar Kochba Leipzig" vor, an dessen Entstehen auch Mitglieder unseres Vereins hilfreich mitgewirkt haben.

Der 1. FC Lokomotive Leipzig steht für die lange, sehr erfolgreiche sportgeschichtliche Vergangenheit unserer Stadt in all seinen Facetten und sieht es als seine Verpflichtung, das Erbe von Vereinen wie Bar Kochba zu erhalten, zu ehren, weiterzugeben und gleichzeitig zu mahnen.

Die Leipziger Sportroute vereinigt insgesamt 22 sporthistorisch wertvolle, teils ehemalige oder nicht mehr existente Sportstätten unserer Stadt.

Als letzte und 22. Station wird voraussichtlich im August 2022 eine Stele am Bruno-Plache-Stadion enthüllt, der Heimstätte des ersten Großsparten-Vereins unserer Stadt.

Mehr Informationen zur Buchveröffentlichung: 

https://www.hentrichhentrich.de/buch-mit-sportgeist-gegen-die-entrechtung.html