Foto: Thomas Gorlt

Verein, Top3, Top7 | Samstag, 07. Dezember 2019

DIE MENTALITÄTSMONSTER SCHLAGEN WIEDER ZU

Hertha BSC II - 1. FC Lok Leipzig 1:2 (1:0)

Der 1. FC Lok gewann am Niklausabend bei seinem "Lieblingsgegner" Hertha BSC U23 nach großem Kampf mit 2:1 (0:1). Bei nasskaltem Wetter konnte die Loksche den Berlinern drei Punkte entführen und bleibt damit in der Regionalligatabelle ganz oben mit dabei.

Im Vergleich zum Spiel bei der VSG Altglienicke rückte Maik Salewski für Stephané Mvibudulu in die Startelf. Bei den Herthanern hatten wohl einige Profis den Flug nach Frankfurt verpasst und so liefen diesmal die Deutschen Meister Peter Pekarik und Alexander Esswein sowie U21-Nationalspieler Arne Meier bei der U23 auf.

Die erste nennenswerte Chance im Spiel hatten die Leipziger in der 17. Minute, als Djamal Ziane einen langen Freistoß per Kopf auf Matthias Steinborn verlängerte, dessen straffer Schuss aber von Torhüter Luis Klatte abgewehrt werden konnte. In der 24. Minute musste sich der heute überragende Berti Schötterl dann das erste Mal auszeichnen und einen Schuss von Jessic Ngankam aus fünf Metern parieren.

Nach exakt einer halben Stunde setzte sich Jessic Ngankam auf der linken Außenbahn schön durch und passte auf Lazar Samardzic, der unbeträngt zur Hertha-Führung einschob. Die Loksche macht nun mehr Druck und wollte den Ausgleich. In der 44. Minute spielte Paul Schinke einen schönen Steckpass auf Matthias Steinborn doch Hertha-Hüter Luis Klatte ist erneut auf dem Posten. Und so mussten unsere Blau-Gelben mit einem Rückstand den Weg in die Kabine antreten.

Fünf Minuten nach Wiederanpfiff rollte ein Pressschlag von Matthias Steinborn auf das leere Hertha-Tor doch Peter Pekarik kann in letzter Sekunde den Ball klären.

In der 64. Minute bewies die Loksche wieder mal ihre Gefährlichkeit bei Standardsituationen. Ein langer Einwurf von Matthias Steinborn landete über Paul Schinke bei Robert Zickert, dessen abgefälschter Schuss dem Hertha-Hüter keine Chance zur Abwehr lässt. Dreizehn Minuten später verlängerte Djamal Ziane eine lange Flanke auf den zentral stehenden Matthias Steinborn. "Steini" nahm sich ein Herz, tankte sich durch mehrere Berliner Abwehrspieler durch und netzte zur viel umjubelten Führung ein. Wahnsinn, die Loksche hatte wie im Hinspiel auch dieses Spiel gedreht.

Nur zwei Minuten später hatte Jessic Ngankam den Ausgleich auf dem Fuß doch die Lokabwehr konnte klären, den Nachschuss von Alexander Esswein kann unser Berti Schötterl halten. In den letzten Minuten des Spiels entwickelte sich dann ein offener Schlagabtausch mit Torchancen auf beiden Seiten. Der FCL verteidigte aber aufopferungsvoll und so blieb es am Ende beim Sieg für die Blau-Gelben.

In der ersten Hälfte soll es kurz vor dem Rückstand rassistische Beleidigungen aus dem FCL-Block in Richtung eines Hertha-Akteurs gegeben haben. Zur Klarstellung: Auf dem Gelände in der Connewitzer Straße kicken Spieler, die ihre Wurzeln in insgesamt 32 Nationen haben. In seiner täglichen Arbeit als Sportverein vermittelt ihnen der 1. FC Lok Werte wie Fairness, Respekt und das Miteinander. Bekanntlich sind diese Werte auch im Leitbild verankert. Zudem wird seit Jahren mit verschiedenen Aktionen klargemacht: Lediglich zwei Farben interessieren uns - Blau und Gelb. Rassismus hat bei uns keinen Platz und das wissen alle! Falls es aber immer noch Menschen geben sollte, die sich als blau-gelbe Anhänger bezeichnen und das nicht kapiert haben, muss ihnen klar sein, dass Probstheida keine Heimat für sie ist.

Am nächsten Sonntag kommt nun der FC Rot-Weiß-Erfurt zum letzten Spiel des Jahres ins Bruno-Plache-Stadion. Anstoß ist um 13:30 Uhr. Bitte sichert euch eure Karten im Vorverkauf, es wird sicherlich voll werden.


Tore: 1:0 Samardzic (31.), 1:1 Zickert (64.), 1:2 Steinborn (77.)

Hertha BSC II: Klatte - Pekarik - Ngankam - Samardzic - Morack (81. Jastrzembski) - Friede (65. Storm) - Bretschneider - Baak - Kiprit - Esswein - Maier

1. FC Lokomotive Leipzig: Schötterl - Berger (89. Pannier) - Urban - Zickert - Salewski - Wolf - Schinke (90. Misch) - Steinborn (82. Senic) - Pfeffer - Schulze - Ziane

Gelb: Kiprit (Hertha BSC U23) - Berger, Steinborn (alle Lok)

Zuschauer: 561 (darunter etwa 300 Leipziger)