Blick aufs Podium bei dieser historischen Pressekonferenz

Verein, Top3, Top7 | Donnerstag, 17. September 2015

Ein großer Tag für den Leipziger Fußball

Erbbaurecht vom „Bruno“ zurück beim 1. FC Lok

Es ist vollbracht: Der 1. FC Lok und das Bruno-Plache-Stadion gehören wieder richtig zusammen! In anderen Worten: Der FCL ist nicht mehr nur Mieter des Geländes sondern auch Inhaber des Erbbaurechtes. Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag verkündeten Lok-Präsident Jens Kesseler, Lok-Aufsichtsratsvorsitzender Olaf Winkler und der Insolvenzverwalter des VfB Leipzig Friedbert Striewe diese frohe Kunde.

Seit der Neugründung des 1. FC Lok war der Verein nur Mieter des Stadiongeländes, steckte unzählige ehrenamtliche Arbeitsstunden vieler Helfer und auch eine Menge Geld in den Erhalt des 1922 eingeweihten Stadions.

Auf der Präsidiumssitzung am vergangenen Montag wurden die letzten Details mit Friedbert Striewe abgestimmt, der damit auch die Akte VfB Leipzig schließen kann. Der Erste Deutsche Meister lebt ohnehin seit Dezember 2003 im neuen 1. FC Lok und seinen Fans weiter. Auf einer Stadtratssitzung am Mittwochabend wurde schließlich grünes Licht gegeben. Der Erbbaurechtsvertrag gilt rückwirkend zum 1. Juli 2015 und wird um etwa 20 Jahre verlängert, so dass der 1. FC Lok die Chance hat, wie einst der VfB Leipzig auf einen Zeitraum von 50 Jahren zu planen.

Der Leipziger Sport-Bürgermeister Heiko Rosenthal zeigte sich erleichtert: "Ich freue mich sehr über den Stadtratsbeschluss und den nunmehr wirksamen Erbbaurechtsvertrag für das Bruno-Plache-Stadion. Damit findet ein langer Weg der Konsolidierung, Entwicklung und Neuausrichtung des Vereines einen erfolgreichen Abschluss und belegt die kontinuierliche sowie zielstrebige Arbeit des Vereins und seiner Verantwortlichen. Die "Blau-Gelben" verfügen somit wieder über eine - richtige - eigene Heimspielstätte und können sich nunmehr auch konkret der Fortentwicklung des traditionsreichen Vereinsgeländes widmen. Der 1. FC Lokomotive Leipzig e.V. hat hierfür große Anstrengungen und Aufwendungen erbracht und kann sich mit Lösung der infrastrukturellen Thematik noch stärker den sportlichen Zielen und somit dem Aufstieg in die Regionalliga widmen. Hierfür wünsche ich dem Verein, seinen zahlreichen Mitgliedern, Anhängern und Sympathisanten jedenfalls viel Erfolg."

Friedbert Striewe, Insolvenzverwalter des VfB Leipzig: „Ich bin froh, dass diese Geschichte, die viele Anläufe gesehen hat, endlich zum Abschluss kommt. Ich freue mich besonders, dass dadurch meine Arbeit als Insolvenzverwalter, für die ich über zehn Jahre sehr in der Kritik gestanden habe, auf diese Weise anerkannt wird. Ich bin allen Beteiligten dankbar, dass wir in den letzten Monaten und Jahren die notwendigen Verhandlungen im Stillen führen konnten.“

Olaf Winkler, Aufsichtsratsvorsitzender des 1. FC Lok: „Ein Meilenstein ist beschritten. Dies ist ein überaus guter Tag für unseren Verein und den Leipziger Fußball. Wir haben sehr lange an dieser Geschichte hinter den Kulissen gearbeitet. Mit zuverlässigen Partnern, insbesondere der Stadt Leipzig sowie Friedbert Striewe, war es eine in jeder Beziehung absolut vertrauenswürdige, loyale und gegenüber unserem Verein jederzeit konstruktive Zusammenarbeit. Jetzt gilt es in die Hände zu spucken und auf diesem Fundament unser Stadion mit den vielen ehrenamtlichen Helfern, Sponsoren und Unterstützern zu gestalten.“

Lok-Präsident Jens Kesseler: „Für mich ist das einer der Schlüsselmomente seit Bestehen des neuen 1. FC Lok. Für einen Traditionsverein ist das Stadion das Herzstück, erst recht beim 1. FC Lokomotive Leipzig, der in diesem Rund legendäre Spiele bestritten hat. Als wirtschaftlicher Eigentümer des Bruno-Plache-Stadions ergeben sich für unseren Verein aus finanzieller und infrastruktureller Sicht vielfältige Möglichkeiten. Ich bin sehr erleichtert, dass damit auch die immensen Anstrengungen und Leistungen des Bau Beirates und der Fans nicht umsonst gewesen sind und somit honoriert werden. Ich bedanke mich im Namen des Präsidiums bei Herrn Striewe, Herrn Rosenthal und der Leiterin des Sportamtes Frau Kirmes. Mit dem Erwerb des Eigentums am Bruno-Plache-Stadion hat das Präsidium, das seit Frühjahr 2013 den 1. FC Lok führt, eines seiner wichtigsten Ziele erreicht.“