Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Dienstag, 23. Januar 2018
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Hohe Geldstrafen für Lok und Chemie

NOFV hat Urteil gegen die Regionalligisten verkündet

Leipzig. Nach den Ausschreitungen beim Regionalliga-Derby zwischen dem 1. FC Lokomotive und Chemie Leipzig hat das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) seine Urteile gefällt. Gastgeber Lok Leipzig wird zu einer Geldstrafe in Höhe von 12 000 Euro verurteilt, Chemie soll 10 000 Euro bezahlen. Zudem wurden für die nächsten Derbys jeweils Beschränkungen der Zuschauerkapazität erlassen – diese allerdings zur Bewährung ausgesetzt.

Teilsummen der vergleichsweise harten Geldbußen für beide Vereine können laut Verband jeweils bis Ende Mai auch für sicherheitstechnische, infrastrukturelle und gewaltpräventive Maßnahmen verwendet werden – am Ende blieben so 8000 Euro Geldstrafe für Lok und 7000 Euro für Chemie übrig.

Die Einschränkungen für Zuschauer sollen jeweils für ein Derby-Heimspiel gelten: Spielen die Mannschaften im Bruno-Plache-Stadion, darf Lok nur 3000 Tickets verkaufen, beim nächsten Aufeinandertreffen im Leutzscher Kunze-Sportpark wurde die Kapazität auf 2000 Zuschauer begrenzt. Zudem sollen die Fanszenen jeweils besonders überwacht, darf kein Sicherheitsaufschlag erhoben und kein Public Viewing angeboten werden. Sollte es bis Ende des Jahres keine schwerwiegenden Wiederholungsfälle geben, wird der Teilausschluss nicht durchgesetzt, so der NOFV weiter.

Ausschlaggebend für die Urteile gegen beide Vereine waren laut Fußballverband nicht nur die Vorfälle beim Derby am 22. November im Bruno-Plache-Stadion. Die Strafe gegen die Probstheidaer beinhaltet neben der Pyrotechnik im Fanblock und dem Bierbecherwurf auf Gästetrainer Demuth auch den Platzsturm von Lok-Anhängern beim Hinspiel in Leutzsch am 29. Juli. Auf Chemie-Seite zählen neben der Pyrotechnik in Probstheida auch die Anfeindungen gegen den Schiedsrichter sowie das Überschütten eines seiner Assistenten mit Bier beim Heimspiel gegen Altglienicke am 28. Oktober in das Urteil mit hinein.

Beide Richtersprüche sind noch nicht rechtskräftig. Chemie hat angekündigt, gegen die Strafen vorgehen zu wollen. „Nach erster Sichtung des Urteils beschloss der Vorstand der BSG Chemie, das Urteil wegen diverser Bedenken zu Strafhöhe, Begründung und Form anzufechten“, hieß es aus dem Kunze-Sportpark. Dabei sollen nicht die Vorkommnisse grundsätzlich in- frage gestellt werden. Chemie sei bereit, „dafür auch angemessene Konsequenzen zu tragen. Das Abfeuern von Raketen wird vom Verein ebenso wie jede Gewalt im und vor dem Stadion nicht toleriert und auch vereinsintern ausgewertet und gegebenenfalls geahndet.“

Auch bei Lok wird das Urteil geprüft: „Wir werden es in Ruhe analysieren und dann zusammen mit unserem Rechtsbeistand entscheiden, ob wir gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen“, sagte Geschäftsführer Martin Mieth. Zudem soll der Bierbecherwurf dem Täter in Rechnung gestellt werden. Bis Montag können beide Vereine das Urteil beim Verband anfechten. 

Von: Matthias Puppe/Alexander Bley