Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Dienstag, 01. Mai 2018
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Lok wird mit vierfachem Etat Profiklub

Franz-Josef Wernze vom Hauptsponsor ETL erhöht sein Engagement / Nicky Adler zurück nach Probstheida?

Am Montagabend war die Katze endlich aus dem Sack: Der 1. FC Lok Leipzig wird die kommende Spielzeit in der Regionalliga Nordost mit einer Profimannschaft bestreiten. Intensive Gespräche waren dem vorausgegangen. Hauptsponsor Franz-Josef Wernze hatte früh signalisiert, den Schritt mitgehen zu wollen, doch die Pläne sollten auf soliden Füßen stehen.

Präsidium und Aufsichtsrat waren zunächst vorsichtig, vielleicht noch mit der Insolvenz aus dem Jahr 2002 im Hinterkopf. „Ich bedanke mich bei unserem Hauptsponsor ETL European Tax & Law und besonders bei ETL-Chef Franz-Josef Wernze für das Engagement und das Vertrauen in unsere Arbeit“, ließ Präsident Thomas Löwe nach der Entscheidung mitteilen.

Am Sonntag, im Anschluss ans 2:0 gegen den BFC Dynamo, tagten Wernze, Vorstand und Aufsichtsrat. Der Beschluss: In den kommenden beiden Spielzeiten werden die Lok-Kicker Vollprofis sein. Dafür wird der Etat dem Vernehmen nach auf rund zwei Millionen Euro erhöht, würde damit ungefähr vervierfacht. Die sportliche Führung um Trainer Heiko Scholz hatte lange auf diesen Schritt warten müssen. „Wir sind sehr glücklich“, sagte der Coach gestern im LVZ-Gespräch. „Wir müssen Bedingungen schaffen, um Erfolge zu ernten“, wiederholte Scholz sein altes Credo.

Das bedeutet: Nicht nur neue Spieler sollen kommen und der Mannschaft rund um die Uhr zur Verfügung stehen, sondern auch das Umfeld muss verbessert werden. Heißt konkret: Mehr medizinisches Personal, Scouts und so weiter. Auch im Marketing will sich Lok besser aufstellen, damit die große finanzielle Last künftig nicht vorwiegend auf den Schultern von Wernze und seiner Firma ETL liegt.
In der kommenden Saison wird die Regionalliga-Nordost einen direkten Aufstiegsplatz für die 3. Liga haben.

Dennoch will Lok Leipzig an der Vision 2020 festhalten. Der Aufstieg ist in der kommenden Spielzeit also noch nicht Pflicht. Dennoch soll die Mannschaft verbessert werden. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und die Verträge rausgeschickt. Wir hoffen, dass sich einige Spieler für Lok entscheiden“, sagte Scholz. Schriftlich fixierte Zusagen gibt es bislang aber noch keine.

Ein Name, der in Probstheida immer wieder fällt, ist Nicky Adler. Der Stürmer von Erzgebirge Aue ist gebürtiger Leipziger, spielte in der Jugend bei der SG Rotation und dem VfB Leipzig. Ein Name, der sicherlich viele Fan-Herzen höherschlagen lässt. Scholz und Adler kennen sich seit 15 Jahren. Offiziell ist die Zusammenarbeit noch nicht. „Dass Nicky Adler für Lok spielt, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen“, sagte Scholz gestern.

Die kommende Saison ist noch Zukunftsmusik, Lok will die aktuelle Spielzeit ordentlich zu Ende bringen. Der erste Schritt dazu wäre der rechnerisch sichere Klassenerhalt. „Wir brauchen noch einen Sieg“, meinte Verteidiger Robert Zickert.

Nach einer Serie von acht Spielen ohne Dreier lief Lok zwischenzeitlich Gefahr, in den Abstiegsstrudel zu geraten. „Wir wollen uns im Vergleich zur vergangenen Saison verbessern und nicht wieder Zehnter werden“, gab Zickert ein klares Ziel vor. Dazu ist mit der Mannschaft eine Saison-Prämie für den fünften Rang ausgehandelt. Heute kommt mit der TSG Neustrelitz (Anstoß 19 Uhr) der Tabellenvorletzte nach Leipzig. Mit geklärter Zukunft und dem Ende der Negativ-Serie kann Lok da jetzt befreit aufspielen. 

Von: Fabian Held