Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Mittwoch, 23. Mai 2018
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Nicky Adler zurück in der Heimat

Angreifer kommt von Erzgebirge Aue zum 1. FC Lok

Leipzig. Seit Längerem war der Wechsel im Gespräch, die LVZ hatte ihn bereits vor Wochen angekündigt. Jetzt ist er perfekt: Nicky Adler kehrt nach 15 Jahren im Profifußball zu seinem Jugendverein 1. FC Lokomotive Leipzig zurück. Einen Tag nach dem Zweitliga-Klassenerhalt mit Erzgebirge Aue unterschrieb der gebürtige Leipziger gestern an seinem 33. Geburtstag einen Zwei-Jahres-Vertrag in Probstheida. „In Leipzig lebt meine Familie, Leipzig ist mein Zuhause. Alle, die wissen, was ‚Zuhause sein’ bedeutet, können den logischen Schritt, nun auch beruflich nach Hause zu gehen, sicher nachvollziehen“, meinte Adler.

Adler kann auf eine bewegte Karriere zurückblicken, mit Stationen bei 1860 München, dem 1. FC Nürnberg, Wacker Burghausen, MSV Duisburg, VfL Osnabrück und am Ende eben Erzgebirge Aue. Vor drei Jahren wechselte er aus dem Westen ins Erzgebirge, wohnt seitdem auch wieder in Leipzig.

Mit Aue gelang ihm der Aufstieg in die 2. Liga sowie zwei Mal der Klassenerhalt. Verletzungsbedingt stand er aber in der vergangenen Spielzeit nur einmal im Kader und nie auf dem Feld. Ein Adduktorenabriss nebst schlecht heilenden Narben hatten für eine lange Pause gesorgt. In Probstheida will es Adler jetzt auf dem Platz noch einmal wissen.

Abseits des Rasens plant der 33-Jährige auch schon seine Zeit nach der aktiven Profi-Laufbahn. „In meinem neuen, alten Verein – damals noch als VfB Leipzig bekannt – konnte ich meine ersten Schritte im Herrenfußball setzen und nun vermutlich auch die Letzten in meiner Karriere“, deutet Adler an, dass nach den zwei Vertragsjahren wohl Schluss ist.

Während der Zeit bei Lok möchte er beim MDR-Fernsehen in den Journalismus schnuppern. Auch eine Zukunft im Nachwuchs-Bereich von Lok ist denkbar. Adler will sich in den kommenden beiden Jahren entscheiden, wo die Reise hingehen soll. „Wir sind sehr stolz, dass Nicky sich für den 1. FC Lok entschieden hat“, freute sich Trainer Heiko Scholz über den siebten Sommer-Neuzugang. „Sein großer Erfahrungsschatz wird Nicky Adler zu einem wichtigen Führungsspieler auf und neben dem Platz machen.“

Die Fans in Aue werden den Stürmer jedenfalls vermissen. Dank seines hohen Einsatzes und seiner emotionalen Art war Adler bei den Fans außerordentlich beliebt. Auch seine ehemaligen Trainer scheinen ihn noch gut in Erinnerung zu haben. Alois Schwartz jedenfalls, aktuell Trainer beim Karlsruher SC und in Sandhausen zwei Jahre der Coach von Adler, erlaubte sich nach der verlorenen Relegation in Aue einen kleinen Scherz. Zu Adler, der an der Seite sitzend lauschte, sagte er mit einem breiten Grinsen: „Schade, dass der Nicky nicht gespielt hat, sonst hätten wir die Relegation vielleicht gewonnen.“ Das sorgte für schallendes Gelächter im Presseraum. Auch Adler grinste – er verfügt über einen ausgeprägten Sinn für Humor. Im Anschluss verließ er zum letzten Mal das Erzgebirgsstadion. In einer Plastiktüte hatte er bereits die Sachen aus seinem Spint. 

Von: Fabian Held