Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Montag, 10. Dezember 2018
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Pokal-Derby in zwei Stadien zu sehen

Leipzig. Riesiger Applaus auf der Pressekonferenz nach dem 0:0 zwischen Lok Leipzig und Viktoria Berlin, die traditionell im VIP-Bereich des Bruno-Plache-Stadions gemeinsam mit Presse und Fans stattfindet. „Ich hoffe, wir können am Samstag gemeinsam den Halbfinaleinzug feiern“, hatte Björn Joppe gerade gesagt.

Doch falls es so kommen sollte, wird der Lok-Trainer und seine Mannschaft dies nicht im Alfred-Kunze-Sportpark tun, sondern im eigenen Bruno-Plache-Stadion. Die Gästefans wollen das Spiel boykottieren, der Verein schickt die 500 Auswärtstickets wieder an die BSG Chemie Leipzig zurück. Im Gegenzug wird eine LED-Leinwand im eigenen Stadion aufgebaut – Public Viewing in Probstheida. Vor der Partie wird der Regionalligist ab 9.30 Uhr von den eigenen Anhängern verabschiedet, nach Abpiff wieder in der Connewitzer Straße empfangen.

„Wir rechnen mit 1000 Fans bei der Übertragung“, sagt Geschäftsführer Martin Mieth, der mit der Polizei und den Vertretern von Chemie an einem Tisch saß: „Beide haben gesagt, mehr als 500 Karten gehen nicht. Wir haben diskutiert und sind nicht auf einen Nenner gekommen. Wir haben uns dann mehrheitlich für den Boykott entschieden.“

5000 Zuschauer finden Platz im Alfred-Kunze-Sportpark in Leutzsch – zehn Prozent Ticketkontingent für die Auswärtsmannschaft ist die Regel bei Pokalspielen. Mithin fiel die Entscheidung nicht nur aus Trotz, sondern auch im Hinblick auf die Sicherheitsauflagen, die nach den Ausschreitungen im letzten Derby 2017 aufgestellt wurden. „Wir wollen keine Auseinandersetzungen“, bestätigt Mieth.

Auch Björn Joppe spricht den Selbstschutz an: „Ich finde es sehr schade, dass wir ohne Unterstützung spielen müssen. Es ist jedoch eine gute Entscheidung, denn es gibt Auflagen, auf die wir achten müssen. Wem nützt es was, wenn aufgrund von Ausschreitungen beide Teams beispielsweise disqualifiziert werden würden?“