Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Dienstag, 08. Mai 2018
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Wird Krug Vollprofi?

Leipzig. Lok-Kapitän Markus Krug ist heiß auf das Geschichtsbuch. Sollte der Abwehrspieler heute Abend gegen den SV Wacker Nordhausen (19 Uhr/Bruno-Plache-Stadion) auflaufen, würde er sich vor René Heusel (206 Einsätze) zum alleinigen Rekordspieler des Fußball-Regionalligisten küren. Zum Saisonabschluss gegen die U23 von Hertha BSC Berlin (Sonntag/13.30 Uhr), könnte er die Zahl dann noch weiter ausbauen. Die kommende Saison wäre seine zehnte im Dress der Blau-Gelben. „Das ist schon ein großes Highlight für mich. Ich will das zehnte Jahr natürlich sehr gern vollmachen“, sagt der 29-Jährige.

Die Frage ist: Unter welchen Bedingungen? Lok stellt 2018/19 auf Profibedingungen um. Wird Krug zum Vollprofi, müsste er in seinem sicheren Job bei der Stadtverwaltung Halle kürzer treten oder gar eine Auszeit nehmen. Macht er weiter wie bisher, könnte er mit den vormittags und nachmittags trainierenden Kollegen auf Dauer nur schwer mithalten. Zudem wird der gebürtige Wolfener in ein paar Wochen Vater. Eine schwierige Entscheidung steht an.

„Die Gespräche laufen. Wir müssen jetzt schauen, was für alle Beteiligten das Beste ist“, sagt Krug. Der Verein würde den Publikumsliebling, dessen Vertrag ausläuft, gern weiter binden. „Es liegt an Markus, sich zu entscheiden“, sagt Sportdirektor Rüdiger Hoppe. Es werde jedoch eine Übergangsphase geben, in der einzelne Akteure als Nicht-Vollprofis weitermachen, kündigte er an.

Gegen Nordhausen kommt es zum Aufeinandertreffen mit Neuzugang Kevin Schulze. Der Verteidiger (26) unterschrieb in Probstheida einen Zweijahresvertrag. Am vergangenen Wochenende erzielte der 1,89-Meter-Mann beim 3:2 des Tabellenzweiten gegen Auerbach das 1:0-Führungstor und spielte 90 Minuten. „Er ist ein Spieler, der im Defensivverbund auf allen Positionen spielen kann. Wir freuen uns, dass er sich für den 1. FC Lok entschieden hat“, sagt Hoppe. Die Leipziger präsentierten sich zuletzt zu Hause gegen den BFC (2:0) und Neustrelitz (7:0) überzeugend, ließen dafür am Sonntag beim 2:5 beim Berliner AK Federn.

In den abschließenden Duellen sollen auch Spieler wie Andy Wendschuch, der Lok nach sechs Jahren verlassen wird, ihre Einsatzchance bekommen. Am letzten Spieltag werden die Blau-Gelben dann im Heimtrikot der neuen Saison auflaufen – die erste seit der Wiedergründung 2004 unter Profibedingungen. „Ein Meilenstein für Lok“, freut sich Kapitän Markus Krug. Wie es für ihn weitergeht, entscheidet sich in den nächsten Wochen.

Von: Thomas Fritz