Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Dienstag, 27. Februar 2018
Nur diese Kategorie anzeigen:Leipziger Volkszeitung

Die Odyssee von Max Pommer

Loks Wirbelwind kämpft sich langsam, aber stetig zurück

Leipzig. „Wir haben zwei Riesentransfers gemacht, die in der Hinrunde nicht gespielt haben.“ Nicht etwa, weil Lok-Trainer Heiko Scholz dem Duo Einsatzzeiten im blau-gelben Dress verwehrte, sondern weil Maximilian Pommer und Sascha Pfeffer schlichtweg nicht kicken konnten. Drittliga-Routinier Pfeffer, weil Anfang August das rechte Knie nicht mehr wollte – Außenmeniskusriss in Fürstenwalde mitsamt einem schweren Knorpelschaden. Nicht die erste schwere Verletzung, die der 31-Jährige wegstecken musste. Bei Probstheidas Newcomer Pommer war gleich nach der ersten Saisonpartie bei Chemie Leipzig Ende Juli Schluss mit lustig. Diagnose: Rückenschmerzen. Was harmlos klang, sollte sich beim 20-Jährigen zu einer wahren Odyssee entwickeln. Dabei machte doch gerade der unbekümmerte Floh aus Thüringen im Derby so Laune.

Sieben Monate später steht Pommer noch immer nicht auf dem Feld. Aber die Suche nach der Ursache der andauernden Schmerzen ist beendet. „Knapp sechs Monate wusste keiner, woher die kommen. Auch beim MRT wurde nichts gefunden“, erinnert sich der Mittelfeldspieler, der in Leipzig und Dresden bei mehreren Ärzten zur Ursachenforschung vorstellig wurde. Vor Weihnachten dann die Erlösung: Bei einer ganzheitlichen Körperschau stellten Sporttherapeuten Fehlstellungen fest. In Folge dieser hatten sich die Muskeln von Pommer zusehends verhärtet. „Am Ende konnte der Kopf nicht mehr den linken Oberschenkel ansteuern. Der Muskel hat brutal abgebaut“, erklärt Pommer, der täglich zwei bis drei Stunden therapiert wird. „Mittlerweile geht es mir wieder richtig gut“, sagt der Ex-Erfurter, der mit Wehmut auf die kickenden RWE-Puffbohnen schaut.

Oberste Priorität hat das Comeback. „Ich will nicht mit 20 die Fußballschuhe an den Nagel hängen“, sagt Pommer. Leichtes Lauftraining steht auf dem Programm. Die Saison abgeschrieben hat der Blondschopf noch nicht. „Ein, zwei Spiele möchte ich noch machen“, lautet sein Ziel. „Wenn ich kein Spiel mache, wird es schwierig mit der Verlängerung bei Lok.“

Solche Gedanken sind für Pfeffer nicht neu. „Das war nicht meine erste schwere Verletzung“, sagt der Hallenser. „Ich bin aber keine 20 mehr, wo das einfacher ist, sich zurückzukämpfen. Ich weiß, was das für eine Tortur ist“, sagt der Regisseur, der es dem Junior vorgemacht hat.

Von: ALEXANDER BLEY