Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Sonntag, 18. Februar 2018
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Scholz: „Das geht uns mächtig auf den Sack“

Lok-Coach verärgert / Dienstag Test gegen Zwickau

Leipzig. „Wir wollten unbedingt“, haderte Heiko Scholz, seines Zeichens Trainer des 1. FC Lok Leipzig. Nicht etwa, weil seine Jungs gegen Wacher Nordhausen die PS nicht auf den Rasen brachten. Nein, schlichtweg, weil sie Sonntag gar nicht erst die Chance hatten, aufs Grün zu gehen. Bereits Sonnabend, 10.30 Uhr, war sie besiegelt, die Spielabsage. Und damit die sechste von neun Partien in der Regionalliga Nordost. Der Winter bringt die Spielplaner ins Schwitzen. Lok hat Mitte März zwei Wochen Luft, zum Abarbeiten. Dennoch: „Uns geht das mächtig auf den Sack“, sagte Scholz. Für den Coach und die Seinen war das die vierte Spielabsage in drei Wochen.

Lok schmort im eigenen Saft. Und ist mal auf der Suche nach einem Sparringspartner. Gestern wurde Heiko Scholz fündig. Am Dienstag geht die Probe über die Bühne. Am Nachmittag treffen die Probstheidaer auf Drittligisten FSV Zwickau. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Vergangenen Freitag standen die Zeichen für die Partie gegen Wacker noch auf Grün. Der Platz im Bruno-Plache-Stadion war aufgetaut. Scholz ließ Christian Hanne und Ryan Malone auf den Rasen. Die hoben den Daumen. „Sie konnten mit Nocken anspielen“, beschrieb „Scholle“ das Anschwitzen auf dem Geläuf.

Jenes sollte Sonnabend finalisiert werden. Nach dem zweiten Test mit Hanne und Malone, griff der Coach zum Hörer und bat Geschäftsführer Martin Mieth ins „Bruno“. Der Rasen war wieder gefroren, hart wie Beton – die Spielabsage folgte auf dem Fuß. „Der wird auch nicht bis zum Anpfiff auftauen“, prognostizierte Scholz.

Dabei drängte der Tabellenvierte auf den Einsatz. Denn das „Gurkenspiel“ in Meuselwitz soll aus den Schädeln der Blau-Gelben. „Wir wollen zeigen, dass es wieder losgeht. Die Jungs werden im Training langsam aggressiv“, attestierte Scholz seinen Jungs.

Außerdem wollte Lok mal wieder mit etwas Sportlichem von sich reden machen. Denn derzeit bestimmt eher der Neuzugang auf Vereinsseite die Schlagzeilen. Wolf-Rüdiger Ziegenbalg (69) ist Lok-Manager. Und der hat schon mal ordentlich vorgelegt: „Es juckt immer, jeder will den sportlichen Erfolg. Es gibt nix Schöneres als den Aufstieg.“ Nur, dafür müsste erstmal wieder der Ball auf dem Grün rollen. 

Von: Alexander Bley