Quelle: Leipziger Volkszeitung vom Donnerstag, 15. Februar 2018
Nur diese Kategorie anzeigen:Leipziger Volkszeitung

Ziegenbalg: „Es gibt nichts Geileres als Aufstieg“

Neuer Lok-Manager macht von der ersten Sekunde an Dampf / Sonntag gegen Nordhausen

Leipzig. Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an. Das wusste schon Udo Jürgens. Wolf-Rüdiger Ziegenbalg weiß noch viel mehr. Bei ihm geht’s mit 69 nochmal richtig rund. Der Dresdner strotzt vor Tatendrang, ist drahtig und bekommt sogar das Hemd beim letzten Knopfloch am Hals noch zu.

All das konnte gestern bestaunt werden, als er sich bei Lok Leipzig im Plache-Stadion vorstellte. Ziegenbalg hat viel vor beim Traditionsverein aus Probstheida. Zwei Jahre gibt er sich dafür Zeit, so lange läuft sein Vertrag als Manager. Einen Posten, den es bei Lok so noch nicht gab. Schon der erste Satz, den der einstige Dynamo-Dresden-Präsident sprach, gibt die Marschroute vor: „Es juckt immer, jeder will den sportlichen Erfolg. Es gibt nichts Geileres als Aufstieg.“ Brechstange? „Nicht um jeden Preis“, gibt er sich diplomatisch. Sturm im Wasserglas? Nein, das sagen allein die Augen. Ziegenbalg will den Verein in den bezahlten Fußball führen und deshalb vor allem weiter an der Infrastruktur des Bruno-Plache-Stadions anpacken und die Strukturen im Verein professioneller machen.

Ein neues Stadion muss her, schnellstmöglich. Das ist Fakt. Allerdings muss dafür ein Investor gefunden werden. Wohl die dringlichste Aufgabe des gut vernetzten Beraters. „Um Erlöse zu akquirieren. Geld, das auf die Seite des Sports fließt“, erklärte er. So, dass sich der Verein auf „das Kerngeschäft Fußball zu 100 Prozent konzentrieren kann“.

Während Ziegenbalg derweil jedes Steinchen in Probstheida rumdreht, drängen die Regionalliga-Kicker der Blau-Gelben auf den Einsatz. Nach drei wetterbedingten Spielabsagen in Folge. Sonntag (13.30 Uhr) kommt Wacker Nordhausen ins altehrwürdige „Bruno“. Der Tabellendritte ist zu Gast beim Vierten. „Ich kenne den Etat ein bissl“, sagt Lok-Trainer Heiko Scholz, „und trotzdem trennt uns nur ein Punkt.“ Zwei Millionen heißt es, bringen die Sponsoren der Thüringer auf die Waage. Und was der Kader für Qualität hat, zeigte Wacker vorgestern im Test gegen Drittligist Chemnitzer FC. Das Team von Volkan Uluc gewann 3:1.

Nordhausen hat in der Winterpause übrigens nochmal zugelangt, einen Stürmer verpflichtet. Bundesligaerfahren (Greuther Fürth), zuletzt spielte er allerdings bei Zweitligist Holstein Kiel keine Rolle mehr. Nach einem schweren Autounfall 2014 kam seine Karriere ins Stocken. Trotzdem ist der Kosovare Ilir Azemi für die Regionalliga eine Hausnummer.

Wie dem begegnen? „Hinten stabil stehen und Konter fahren“, verriet Loks Zauberfuß Paul Maurer. 

Von: Alexander Bley